Frankfurter Positionen 2019
24.01.–08.02.2019

Frankfurter Positionen 2019, Festival für neue Werke, 24.01.–08.02.2019 / Grenzen der Verständigung, IM: Künstlerhaus Mousonturm, Schauspiel Frankfurt, MUSEUM MMK FÜR MODERNE KUNST, Frankfurt LAB / THEATER, PERFORMANCE, KONZERT, AUSSTELLUNG, TANZ, Eine Initiative der BHF BANK Stiftung

Festival für neue Werke

Die an dem Festival Frankfurter Positionen 2019 beteiligten Künstlerinnen und Künstler berichten in Vorträgen oder Gesprächen über ihre Arbeit und ihre Vorgehensweise bei der Erstellung ihres Werks.

20 Uhr
Lokal Künstlerhaus Mousonturm
Waldschmidtstraße 4, 60316 Frankfurt am Main
Eintritt frei

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FERDINAND SCHMALZ, geboren 1985 in Graz, wird 2014 gleich mit seinem ersten Stück „Am Beispiel der Butter“ für den Mülheimer Dramatikerpreis nominiert und zum Nachwuchsdramatiker des Jahres gewählt. Sein zweites Stück „Dosenfleisch“ eröffnet 2015 die Autorentheatertage am Deutschen Theater Berlin in einer Inszenierung des Burgtheaters und erhält ebenfalls eine Einladung zu den Mülheimer Theatertagen. „Der Herzerlfresser“, uraufgeführt am Schauspiel Leipzig, wurde u. a. vom Deutschen Theater Berlin und vom Wiener Burgtheater nachgespielt und vom RBB als Hörspiel produziert. Mit „Der thermale Widerstand“ (Uraufführung am Schauspielhaus Zürich) wird er erneut nach Mülheim eingeladen. 2017 erhält Schmalz den Kasseler Förderpreis Komische Literatur und gewinnt den Ingeborg Bachmann-Preis. 2018 wird „Jedermann (stirbt)“ im Großen Haus des Burgtheaters uraufgeführt und der Autor erhält im selben Jahr den Ludwig Mülheims-Theaterpreis und den Nestroy Preis für das beste Stück.

FERDINAND SCHMALZ, born in Graz in 1985, is a multiple award-winning dramatist. He was invited to the Mülheim Dramatists‘ festival three times – with his plays “Am Beispiel der Butter”, “Dosenfleisch” and “Der thermale Widerstand”. In 2018, “Jedermann (stirbt)” had its world premiere at the Burgtheater in Vienna. With this play, he received the Nestroy Award for the Best Play.

Bild credits © Regina Laschan

20 Uhr
Lokal Künstlerhaus Mousonturm
Waldschmidtstraße 4, 60316 Frankfurt am Main
Eintritt frei

2016 Portrait Lia Rodrigues.@Sammi Landweer
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LIA RODRIGUES ist eine der zentralen Figuren des zeitgenössischen Tanzes in Brasilien. Sie studierte klassisches Ballett und Geschichte an der Universität von Sao Paolo und arbeitete einige Jahre in der Company von Maguy Marin in Frankreich. 1990 gründete sie die Lia Rodrigues Companhia de Dança, mit der sie seitdem regelmäßig Tanzstücke entwickelt und auf internationalen Festivals präsentiert, zuletzt „Pindorama“ (2013) und „Para que o Céu nao caia“ (2016). Von Anfang an war für Rodrigues die Verbindung ihrer künstlerischen Arbeit mit einem sozialen Engagement wichtig. Dieses Anliegen kulminierte 2004 in der Entscheidung, den Arbeitsmittelpunkt ihrer Companie nach Maré zu verlegen, einer der größten Favelas in Rio de Janeiro, wo sie mittlerweile auch ein Kunstzentrum und eine Tanzschule betreibt.


LIA RODRIGUES is one of the central figures of Brazilian contemporary dance. She founded the Lia Rodrigues Companhia de Dança in 1990, with which she regularly creates dance pieces that are presented at international festivals. The most recent of these are „Pindorama“ (2013) and „Para que o Céu nao caia“ (2016). Since 2004 her company’s work has been based in Maré, one of the largest favelas in Rio de Janeiro. With the aim of combining artistic and social engagement, Rodrigues now also runs an arts centre and dance school there.

Bild credits © Sammi Landweer

20 Uhr
Lokal Künstlerhaus Mousonturm
Waldschmidtstraße 4, 60316 Frankfurt am Main
Eintritt frei

Daniel_Cremer©Melanie_Bonajo01
Daniel_Cremer©Melanie_Bonajo01
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DANIEL CREMER ist Autor und Auftrittskünstler. Als Regisseur inszenierte er Opern und gestaltete kollektiv erdachte Theaterstücke mit, unter anderem am Schauspiel Köln, Maxim Gorki Theater und Düsseldorfer Schauspielhaus. 2010 erfand er die „Fremdsprache“, eine mitteleuropäisch klingende Kunstsprache und begann zunächst solistisch unter dem Label TALKING STRAIGHT in dieser Sprache Standardformen des sozialen Austauschs in spielerischen Simulationen in einen neuen Gebrauch zu überführen. Er war  eines der Gründungsmitglieder der gleichnamigen Theatergruppe, mit der er bis Ende 2016 arbeitete. Er erhielt 2015 für die Erfindung der „Fremdsprache“ den Preis der Autoren der Frankfurter Autorenstiftung. Auf der Suche nach neuen, queeren Ausdrucksformen von Begehren und Intimität sieht Cremer sich außerdem als Teil der ökosexuellen Bewegung und arbeitete u. a. mit dem Künstlerinnen/Aktivistinnen-Paar Annie Sprinkle und Beth Stephens bei der documenta 14.

DANIEL CREMER is an author, performance artist and supporter of the ecosexual movement. In 2010 he invented “Fremdsprache”, an artificial language that sounded eastern European, and then began to turn standard forms of social exchange into this language in playful simulations into a new practice under the label TALKING STRAIGHT. He was one of the founder members of the theatre company of the same name, with which he worked until 2016. He was awarded the Frankfrter Autorenstiftung Prize in 2015 for inventing “Fremdsprache”.

Bild credits © Melanie_Bonajo

20 Uhr
Lokal Künstlerhaus Mousonturm
Waldschmidtstraße 4, 60316 Frankfurt am Main
Eintritt frei

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PASCAL DUSAPIN, 1955 in Nancy geboren, studiert von 1974 bis 1978 Kunst und Kunstwissenschaft an der Pariser Sorbonne. Er besucht Kurse bei Iannis Xenakis und Franco Donatoni. Diese prägen seine musikalische Sprache maßgebend, die sich vor allem durch lange, spannungsreiche Bögen und durch ein stetes Spiel mit der Dynamik und Rhythmik auszeichnet. Sein Schaffen ist von unterschiedlichsten Interessen geprägt, die von Philosophie bis zu Fotografie und Architektur reichen. Diese Vielfalt zeigt sich auch an seinen Projektpartnern, zu denen Sasha Waltz, James Turrell, Peter Mussbach, die Berliner Philharmoniker und das Arditti zählen. Seine jüngsten Projekte dringen auch in die elektronische Musik vor, und das an so außergewöhnlichen Spielorten wie dem Grand Palais im Zuge der von Richard Serra gestalteten Monumenta. 2014 entsteht eine audio-visuelle Installation für die Donaueschinger Musiktage. Trotz Formorientiertheit verweigert sich Dusapin auf seinem musikalischen Weg jedem Dogma konsequent und kleidet seine ungestüme Emotionalität in eine Vielfalt unterschiedlicher Formen.

PASCAL DUSAPIN, born in 1955 in Nancy, studied fine arts, musicology and aesthetics at the Sorbonne University in Paris from 1974 to 1978. He attended seminars given by Iannis Xenakis and Franco Donatoni, who thus had significant influence on his musical idiom, which is marked by long, tension-filled arches and a constant playing with dynamics and rhythm. Dusapin’s interests and passions are many, ranging from philosophy to photography and architecture. New projects have also brought him into the realm of electronics on a grand scale, with his works performed at such exceptional venues as the Grand Palais for the Monumenta curated by Richard Serra. In 2014, he conceived an audiovisual installation for the Donaueschingen Festival. Despite his fascination with form, Pascal Dusapin continues his musical journey, eschewing any form of dogma, instead expressing his impetuous emotionality through a great range of diverse forms.

Bild credits © Philippe Gontier

20 Uhr
Lokal Künstlerhaus Mousonturm
Waldschmidtstraße 4, 60316 Frankfurt am Main
Eintritt frei

®PhileDeprez1696
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JETSE BATELAAN gehört zu den einflussreichsten Regisseuren einer neuen Generation von Theaterkünstlern aus den Niederlanden. Quer durch alle Altersgruppen fordert er mit philosophischen Grundfragen, existenziellen Themen und klugem Humor sein Publikum heraus, gerne auch auf das Risiko hin (zwischen den Generationen) zu spalten. Batelaans bewegende Stücke wurden vielfach ausgezeichnet. Seit 2013 ist er künstlerischer Leiter des Theater Artemis in ‘s-Hertogenbosch.

JETSE BATELAAN is one of the most influential directors among a new generation of theatre artists in the Netherlands. He challenges audiences of all ages with fundamental philosophical questions, existential themes and intelligent humour. Batelaan’s moving works have won numerous awards, including the VSCD Mime Award (2005), the Erik Vos Award (2006) and the Gold Cricket Award (2006). Batelaan has been Artistic Director of Theater Artemis in ’s-Hertogenbosch since 2013.

Bild credits © Phile Deprez

20 Uhr
Lokal Künstlerhaus Mousonturm
Waldschmidtstraße 4, 60316 Frankfurt am Main
Eintritt frei

Nis-Momme Stockmann
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NIS-MOMME STOCKMANN, 1981 auf der Nordseeinsel Föhr geboren, studierte Sprache und Kultur Tibets in Hamburg und Szenisches Schreiben in Berlin. Er schreibt Dramen, Hörspiele, Lyrik und Prosa. Sein Werk ist vielfach ausgezeichnet, in mehrere Sprachen übersetzt und an wichtigen Theatern im In- und Ausland aufgeführt worden. Seine Dramen waren bereits zweimal bei den Mülheimer Theatertagen vertreten. 2016 erschien sein Debütroman „Der Fuchs“, der von der Kritik hochgelobt und für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert wurde. 

NIS-MOMME STOCKMANN, born in 1981 on the North Sea island of Föhr, studied the language and culture of Tibet in Hamburg and scenic writing in Berlin. He writes theatre and radio plays, poetry and prose. He has been the recipient of numerous prizes, translated into several languages and his plays have been performed in important theatres at home and abroad. His plays have been part of the Mülheimer Theatertage twice. In 2016 he published is first novel, “Der Fuchs”, which received great praise and was nominated for the Prize of the Leipzig Book Fair.

20 Uhr
Lokal Künstlerhaus Mousonturm
Waldschmidtstraße 4, 60316 Frankfurt am Main
Eintritt frei

Konstantin K++spert
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KONSTANTIN KÜSPERT, 1982 in Bayern geboren, studierte Germanistik, Politikwissenschaft und Philosophie an den Universitäten Regensburg und Wien sowie Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin. Seit 2010 arbeitet er als freier Dramatiker, Übersetzer und Dramaturg, seine Stücke werden an zahlreichen Stadt- und Staatstheatern aufgeführt, wie dem ETA Hoffmann Theater Bamberg, dem Badischen Staatstheater Karlsruhe, dem Staatsschauspiel Dresden oder den Ruhrfestspielen Recklinghausen. Von 2013 bis 2015 entwickelt er als Dramaturg in Karlsruhe mit dem Regisseur Jan-Christoph Gockel Inszenierungen zum Thema NSU und NSA und bringt Hermann Hesses Roman „Das Glasperlenspiel“ erstmals auf die Bühne. Mit seinem Stück „Europa verteidigen“ gewann er 2017 den Publikumspreis der Mülheimer Theatertage. Seit neuestem schreibt er auch zusammen mit seiner Frau, Annalena Küspert. Mit Beginn der Spielzeit 2017/2018 ist er Dramaturg am Schauspiel Frankfurt. 

KONSTANTIN KÜSPERT, born 1982, studied German Literature in Vienna and Scenic Writing at the University of the Arts in Berlin. He works as playwright, dramaturge and translator. His plays have been shown in many smaller and larger theatres all over Germany. His play „Defending Europe“ has won the audience award at Mülheimer Theatertage. Since 2017/2018 he works as a dramaturge at Schauspiel Frankfurt.

20 Uhr
Lokal Künstlerhaus Mousonturm
Waldschmidtstraße 4, 60316 Frankfurt am Main
Eintritt frei

Porträt_Zaun_Schneider_(c)Hanke Wilsmann
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MARION SCHNEIDER UND SUSANNA ZAUN verbindet seit ihrem Studium der Angewandten Theaterwissenschaft in Gießen eine enge Zusammenarbeit. Ein Schwerpunkt ihres gemeinsamen künstlerischen Schaffens liegt dabei auf der Arbeit mit dem ur-theatralen Element des Chorischen. (Oftmals Frauen-)Chöre, bestehend aus drei bis acht Choreutinnen, gehören zum festen Personal ihrer Stücke; sie sind niemals nur Hintergrundrauschen oder schmückendes Beiwerk, sondern die Hauptakteurinnen oder -akteure. Seit 2017 erhält das „Zaungästekollektiv“ die Mehrjahresförderung der Stadt Frankfurt. Zuletzt entwickelten sie das Stück „It‘ not over until the fat Lady sings“ am Künstlerhaus Mousonturm.

MARION SCHNEIDER AND SUSANNA ZAUN have worked together closely since they studied Applied Theatre Studies in Gießen. One key theme of their artistic work is their work with the primal theatrical element of the chorus. (Often female) choruses, consisting of between three and eight people, regularly feature in their pieces: these never simply provide background noises or decorative accessories: they are the main protagonists. Their company Zaungästekollektiv was awarded funding for several years by the City of Frankfurt in 2017. They recently created the piece “It’s not over until the Fat Lady sings“ at the Künstlerhaus Mousonturm.

Bild credits © Hanke Wilsmann