Festival für
neue Werke

18.01 bis
10.02.2013

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An der Grenze?
Über die Zukunft der Moderne

Das Nachdenken über Grenzen führt mitten hinein in die Diskussionen über die Moderne. Auch wenn die Theorien der sogenannten Postmoderne deren Auflösung angekündigt oder deren Überwindung propagiert haben, so deutet doch vieles darauf hin, dass sie den Diskurs der Moderne nicht beendet, sondern im Gegenteil weiter vorangetrieben haben. In den Debatten um die Moderne bündeln sich stets aufs Neue Reflexionen über unser gesellschaftliches, politisches und ästhetisches Selbstverständnis. Und die Krisenerfahrungen der letzten Jahre zeigen, wie dringend es ist, sich mit den normativen Grundlagen und der institutionellen Verfasstheit moderner Gesellschaften auseinanderzusetzen.

Der Kampf um Grenzen – ihre Überschreitung, Verschiebung, Delegitimierung, Verwischung, Auflösung – ist ein konstitutives Merkmal der Moderne. Es geht um die Frage nach legitimen und illegitimen Grenzen, um positive Erwartungen ihrer Überwindung im Interesse von Emanzipation, Freiheit und Kreativität, um negative Erfahrungen von Auflösungserscheinungen, die als gefahrvoll erlebt werden, um die Idee des Fortschritts: Was kann Fortschritt heute noch bedeuten? Muss er neu bestimmt werden? Nicht als eine Bewegung der permanenten Innovation und Überschreitung von Grenzen, sondern vielleicht gerade umgekehrt als eine Bewegung der Selbstbeschränkung?

In der multidisziplinär angelegten Vortragsreihe steht der normative Gehalt der Moderne im Kontext multipler (auch nichtwestlicher) Modernen zur Diskussion, indem Phänomene der Entgrenzung und Begrenzung in Kunst, Gesellschaft und Politik analysiert werden.

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At the Limit?
On the Future
of Modernity

Reflecting on limits propels us to the heart of the debate about modernism. As soon as we try to come to an understanding about our social living conditions, the changes in culture, politics and art, we find ourselves faced with the concept of modernism, its principles and promises. Even if more recent research justifiably rejects the idea of a unified modernism in keeping with a Northern Atlantic pattern and instead emphasises its diversity, the question that inevitably arises is what constitutes the normative core and thus the commonalities of our multifaceted modern society. The Title “An der Grenze?/ At the Limit?” alludes therefore not to the end of modernism, but to a distinguishing feature of it: processes of setting and upsetting limits.

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In einem längeren Diskussionsprozess entwickelten die Gremien der BHF-BANK-Stiftung und ihre Partner, insbesondere das Institut für Sozialforschung, das Thema der Frankfurter Positionen 2013 “An der Grenze? Über die Zukunft der Moderne”. Es bildet den Impuls für die die Frankfurter Postionen im Sommer/Herbst 2012 einleitende Vortragsreihe à jour und für die an die Künstler vergebenen Werkaufträge, deren Ergebnisse auf dem Festival erstmalig präsentiert werden.

Die vielfältigen Diskussionsstränge bei der Themenfindung umreißt das folgende Papier von Wilhelm Burmester:

An der Grenze?
Über die Zukunft der Moderne

In modernen Zeiten sind Grenzen offenbar dazu da, um überwunden zu werden. Gegenüber früheren langen Jahrhunderten der relativen Stagnation entwickelt sich seit rund 200 Jahren die Real- und Ideengeschichte westlicher Zivilisation in einem Treibhausklima beschleunigter Dynamik – dies voller Brüche, katastrophaler Irrtümer, aber auch erheblicher institutioneller wie lebensweltlicher Fortschritte, also in der Bewertung der Folgen höchst ambivalent und mit ungewissem Ausgang.

Vor diesem Hintergrund erscheint es lohnend, einige Ausprägungen spezifisch moderner Grenzverschiebungen näher zu beleuchten:

  • Einer der wirksamsten “Stachel“ der Grenzüberwindung ist die moderne Ökonomie: Die zweckrationale Steuerung der Produktion nach rentabilitätsorientierten Zielgrößen wirkt (ohne dies explizit anzustreben) als unbremsbare Auflösung aller traditionellen Wege des Wirtschaftens, aller Sitten und Gebräuche, die dem ökonomischen Kalkül zuwiderlaufen. Dies hat lange Zeit wohlstandssteigernd und auch befreiend gewirkt; was aber, wenn die Gebiete „bornierter Lebensführung“ längst erobert sind und das „nackte“, von moralischen Erwägungen immer weniger getrübte Rentabilitätskalkül nur noch um sich selber kreist und hierbei mehr und mehr Lebensbereiche erfasst?
  • Nicht unabhängig von der ökonomischen Entwicklung ist die Sozialgeschichte der Moderne durch vielfältige emanzipatorische Fortschritte benachteiligter Bevölkerungsgruppen geprägt. Alte Grenzen der Diskriminierung sind (formal) gefallen: grundlegende Arbeitnehmer- und Frauenrechte sowie die Aufhebung rechtlicher Benachteiligung kultureller oder sexueller Minderheiten eröffnen erweiterte Freiheitsspielräume; das Leistungsprinzip hat frühere ständische Privilegien mehr oder weniger ersetzt. Was ist aber, wenn neue Funktionalisierungen die Räume erzielter Freiheiten und  individualisierter Lebensführung für eine entgrenzte ökonomische Inanspruchnahme subjektiver Handlungskompetenzen nutzen?
  • Die Phase des hypertrophen Nationalstaats in der Moderne ist  (zumindest in Westeuropa) in einem schmerzhaften Prozess durch „postheroische“ Staatsgebilde mit (zumeist) offenen Grenzen abgelöst worden. EU-Staaten haben sich zudem vorgenommen, staatliche Souveränität partiell auf supra-staatliche Agenturen zu übertragen. Umso rigider ist jedoch das Grenzregime an den Außengrenzen. Zudem ist  nationalstaatliches Kollektivbewusstsein – insbesondere dessen Grauzone immer neuer Ressentiments bis hin zu agressiven Varianten der Ausländerfeindlichkeit -  nicht wirklich zivil transformiert. Inwieweit tragen derzeit staatliche Interessenkonflikte und neue Konkurrenzkämpfe zur Trennung zwischen „denen“ und „uns“ bei und manifestieren so einen fortgesetzten Prozess von Inklusion und Exklusion? Welche Rolle spielen hierbei auch heute wirkmächtige Bilder und Erzählungen/Mythen von konstruierten Räumen des „Eigenen“ und deren Abgrenzung gegenüber dem „Fremden“?
  • Ideengeschichtlich erscheint es sinnvoll, in Erinnerung zu rufen, dass zur Geburtsgeschichte der europäischen Moderne die Säkularisierung gehört: Die Vorstellung eines „Diesseits“ ohne ein „Jenseits“ war die erste – und vielleicht wichtigste – Grenzauflösung. In ihrer Folge kam es zu vollkommen erneuerten Entwürfen etwa über die Stellung des Subjekts, über Vernunftpotentiale und das menschliche Erkenntnisvermögen. Die „wahre Welt“ als metaphysische Gegen-/Hinterwelt scheint ebenso schwer begründbar zu sein wie der göttliche Himmel. Der damit verbundene Freiheitsgewinn für das sich selbst entwerfende Individuum und für gemeinsame Handlungsspielräume ist allerdings mit erheblichen Gewissheits- und Orientierungs-Verlusten verbunden. Können „moderne Menschen“ die erzielten Freiheiten faktisch in einer selbstbestimmten Lebensführung umsetzen oder unterliegen sie neuen (medialen) Abhängigkeiten? Wohin führt die „Verflüssigung“ ehemals starrer Regelwerke bei der Ausgestaltung persönlicher Beziehungen?  Ist die säkulare Moderne normativ ermüdet? Braucht es neue normative Horizonte, gar postsäkulare Projekte, um das „Projekt der Moderne“ zu vollenden?
  • Und schließlich die Künste: Ihre elementare Rolle im permanenten Prozess moderner Grenzaufhebung ist kaum zu überschätzen. Sie lieferten und liefern nicht nur die Folie dauernder Infragestellung, Durchbrechung des Horizonts des Erwartbaren und der Aufhebung von zuvor als elementar gehaltenen Regeln. Sie zeigen eben auch die Kraft neuer Synthese, einer Formfindung, bei der  – im geglückten Fall – Disparates unerwartet zusammenpasst. Gerade weil sie nicht „am Begriff arbeiten“, liefern die Künste damit dem rationalen intersubjektiven Diskurs wichtige Grundierungen. Dieser spielerische Prozess ist freilich fragil. So ist die mögliche Subversivität  von Kunstwerken  nur solange wirksam, wie sie nicht von  Medien und anderen Kräften der Kulturindustrie vereinnahmt werden. Will und kann „die Kunst“ auch zukünftig ihre Differenz behaupten?

Die Frankfurter Positionen werden 2013 – zum sechsten Mal – die Gelegenheit bieten, in zahlreichen Uraufführungen und Vorträgen den nach wie vor vorhandenen Möglichkeiten, aber auch den Grenzen der Moderne  auf den Grund zu kommen.

Wilhelm Burmester

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Since its inception in 2001, the Frankfurter Positionen festival has served on an almost biennial basis as a stage for discovery and insight. Using different disciplines of the arts as its means, accompanied by the series of lectures à jour analytical statements, the festival takes measure of processes of change both in society and in our daily lives. In this way the Frankfurter Positionen set in motion a sustained creative process, directed at fostering new perspectives and social imagination. The 6th edition of the Frankfurter Positionen will take place from January 18 to February 6, 2013. Performance venues are the Künstlerhaus Mousonturm, the MMK Museum für Moderne Kunst, the concert hall Alte Oper and the Frankfurt LAB.

Frankfurter Positionen is a project of the BHF-BANK-Foundation. The new works of art to be premiered during the festival are commissioned by the foundation itself, in collaboration with independent juries of experts. The Frankfurter Positionen benefit from a wide support network in Frankfurt, on the average 15 partner institutions from the cultural sector join forces. Since the project’s inception, around 50 artists, among these playwrights, artists from the visual arts, composers, choreographers, and film makers, have received the opportunity to create new works of art in their field, and to present these works in cooperation with and on the premises of distinguished institutions.

After in-depth debates among the board members of BHF-BANK-Foundation and its partners, leading among these the The Institute of Social Research in Frankfurt/Main, the theme of the 2013 Frankfurter Positionen was developed: “Next Limit: On the Future of Modernity”. This theme will provide the impulse for an introductory lecture series taking place in fall 2012 titled “à jour”, while it is also guiding principle for the works of art, commissioned for a premiere during the festival.

The manifold lines of debate in the process of selecting the theme are outlined in the following paper by Wilhelm Burmester:

At the Limit?
On the Future of Modernity

In modern times, boundaries and limits appear to invite transgression. Compared with previous slow centuries of relative stagnation, the last 200 years have been highly dynamic. Fostered by a hothouse climate of change, a veritable burst of speed propelled the historical and philosophical development of Western civilisation. In the course of a history of disruption and catastrophic errors, groundbreaking institutional, social and technological progress was made. Overall assessment of the results remains highly ambivalent, and the outcome rather uncertain.

Against this background, it seems worthwhile to contemplate some manifestations of specifically modern border shifts:

  • One of the most effective catalysts for transgressing limits is modern economy: Rationalisation of production to meet profitability targets has (without aiming for this) set in motion an unstoppable process of dissolving all traditional forms of business conduct, all manners and customs that run counter to monetary interest. For a long time, this led to greater prosperity and an experience of liberation; but what if every area of ‘retarded lifestyle’ has long been conquered? What if ‘naked’ profitability interests, stripped of ethical considerations, spin free in a self-centered spiral, and proceed to invade more and more areas of life and society?
  • Closely connected to economic development, the social history of modernity is marked by substantial progress in the emancipation of disadvantaged groups. Old borderlines of discrimination have fallen (at least officially): the establishment of basic rights for workers and women, along with the abolishment of legal discrimination against cultural or sexual minorities. These have extended the frontiers of freedom, while the principle of merit has largely replaced the class-based privileges of the past.  But, what if a new subjugation to function were to occupy the space of the liberties recently achieved, so that each individual’s subjective power of decision-making were to fall victim to an unrestrained economic reign?
  • In the course of a painful process, the modern phase of hypertrophic nation-states has been succeeded (at least in Western Europe) by “post-heroic” states with (mostly) open borders. Moreover, member states of the European Union (EU) pursue the policy of delegating their sovereign powers in part to supra-governmental agencies. In exchange, regimentation of the EU’s external borders has become more restrictive. In addition, the nation states’ collective consciousness has never truly undergone a transformation to civilian thinking. In the radical fringe areas of nationalism, ever new kinds of resentment crop up, including aggressive strains of xenophobia. To what extent do national conflicts of interest and new rivalries lead to the segregation between “us” and “them”, manifesting a continuing process of inclusion and exclusion? What role do powerful images and narratives play today in constructing spheres of identity, and demarcating these from what is “alien”?
  • In terms of a history of ideas, it is worth noting that secularisation contributed to the birth of European modernity: The notion that “this world” existed without a “next world” was the first – and perhaps most significant – border dissolution. This gave rise to utterly new concepts, for instance regarding the role and significance of the subject, the potential of reason, and human cognitive faculty. The “true world” as a metaphysical “counter-world” or “world-beyond” seems just as difficult to explain and justify as a divine heaven. The gains in freedom for the self-determined individual, as well as for communal activity, are fraught with considerable losses of certainty and orientation. Is modern mankind able to use its attained freedom to lead self-determined lives, or are they subjected to new (media-induced) dependencies? How will the “liquid” state of formerly rigid codes affect personal relationships? Has secular modernity reached a state of normative fatigue? Are new normative horizons, perhaps even post-secular projects, required to bring to completion the “project of modernity”?
  • And finally, the arts: their fundamental role in the modern, pervasive process of border extinction can hardly be overestimated. The arts always have and always will supply the foil for permanent query and transgression of the expected, and for abolishment of rules previously held to be absolute. Yet the arts also demonstrate the power of new synthesis, of finding new forms in which – with luck – the disparate unexpectedly finds its match. Precisely because they operate beyond definitions and theoretical concepts, the arts provide an important primer for rational, intersubjective discourse. Yet their playful process is by nature fragile: The subversive potential of a work of art remains potent only as long as it has not yet been appropriated by the media and other agents of the culture industry. Can “the arts” uphold this margin in the future, do they endeavour to this difference?

The sixth Frankfurter Positionen will present many premieres and lectures  – fathoming the potential modernity still offers, and delineating its limits.

Wilhelm Burmester

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Konzert

Ensemble Modern remixed!
Kompositionen von Erik Bünger, Vito Žuraj, Marcus Antonius Wesselmann
PUNKT (Jan Bang / Erik Honoré / Sidsel Endresen): LIVE-REMIX der drei Uraufführungen
• 20 Uhr
Frankfurt LAB Schmidtstraße

„Ensemble Modern remixed!“ kombiniert die traditionelle Konzertaufführung mit der Idee des Live-Remixes. Das Konzert-Ereignis wird durch Remix und offene Improvisation zum Prozessualen hin geöffnet. Drei Uraufführungen von Erik Bünger, Marcus Antonius Wesselmann und Vito Žuraj mit dem Ensemble Modern unter Leitung von Yordan Kamdzhalov liefern das Ausgangsmaterial für einen kreativen Prozess, der in Echtzeit stattfindet: Die Werke werden aufgezeichnet, bearbeitet und anschließend in einem Live-Remix von Jan Bang und Erik Honoré, den Begründern des norwegischen Remix-Festivals PUNKT, und der Sängerin Sidsel Endresen gespiegelt, weiterentwickelt. Das Material wird geteilt, gestaucht, gedehnt, geschichtet, verzerrt und seziert, das gerade Gehörte gleichzeitig re- und dekonstruktiert. – „Ohne Sicherheitsnetz, ohne Festplatten und mit nur vierzig Minuten Vorbereitung, ist dies eine neue mögliche Richtung, im 21. Jahrhundert Musik zu machen.“ (Jan Bang)

(Ursendung 21.05.13, 20.05 Uhr, hr2-kultur)
Karten Vorverkauf Künstlerhaus Mousonturm
Eintritt € 22,- ̸ erm. € 11,-

Ensemble Modern remixed! combines the traditional concert performance with the idea of the live remix, taking the concert event in the direction of the processual by means of remixing and open improvisations. Three premieres of works by Erik Bünger, Marcus Antonius Wesselmann and Vito Zuraj with the Ensemble Modern under the direction of Yordan Kamdzhalov provide the point of departure for a creative process that takes place in real time: the works are recorded, processed and then mirrored or further developed in a live remix by Jan Bang and Erik Honoré, founders of the Norwegian remix festival PUNKT, and the singer Sidsel Endresen. The material is divided, compressed, stretched, layered, distorted and dissected; what has just been heard is simultaneously re- and deconstructed. “With no safety net, not hard disks and only forty minutes’ preparation, this is a possible new direction in which to take and make music in the 21st century.” (Jan Bang)

Tickets Künstlerhaus Mousonturm
€ 22,- / red. € 11,-

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Konzert

Ensemble Modern remixed!
Kompositionen von Erik Bünger, Vito Žuraj, Marcus Antonius Wesselmann
PUNKT (Jan Bang / Erik Honoré / Sidsel Endresen): LIVE-REMIX der drei Uraufführungen
• 20 Uhr
Frankfurt LAB Schmidtstraße

„Ensemble Modern remixed!“ kombiniert die traditionelle Konzertaufführung mit der Idee des Live-Remixes. Das Konzert-Ereignis wird durch Remix und offene Improvisation zum Prozessualen hin geöffnet. Drei Uraufführungen von Erik Bünger, Marcus Antonius Wesselmann und Vito Žuraj mit dem Ensemble Modern unter Leitung von Yordan Kamdzhalov liefern das Ausgangsmaterial für einen kreativen Prozess, der in Echtzeit stattfindet: Die Werke werden aufgezeichnet, bearbeitet und anschließend in einem Live-Remix von Jan Bang und Erik Honoré, den Begründern des norwegischen Remix-Festivals PUNKT, und der Sängerin Sidsel Endresen gespiegelt, weiterentwickelt. Das Material wird geteilt, gestaucht, gedehnt, geschichtet, verzerrt und seziert, das gerade Gehörte gleichzeitig re- und dekonstruktiert. – „Ohne Sicherheitsnetz, ohne Festplatten und mit nur vierzig Minuten Vorbereitung, ist dies eine neue mögliche Richtung, im 21. Jahrhundert Musik zu machen.“ (Jan Bang)

(Ursendung 21.05.13, 20.05 Uhr, hr2-kultur)
Karten Vorverkauf Künstlerhaus Mousonturm
Eintritt € 22,- ̸ erm. € 11,-

Ensemble Modern remixed! combines the traditional concert performance with the idea of the live remix, taking the concert event in the direction of the processual by means of remixing and open improvisations. Three premieres of works by Erik Bünger, Marcus Antonius Wesselmann and Vito Zuraj with the Ensemble Modern under the direction of Yordan Kamdzhalov provide the point of departure for a creative process that takes place in real time: the works are recorded, processed and then mirrored or further developed in a live remix by Jan Bang and Erik Honoré, founders of the Norwegian remix festival PUNKT, and the singer Sidsel Endresen. The material is divided, compressed, stretched, layered, distorted and dissected; what has just been heard is simultaneously re- and deconstructed. “With no safety net, not hard disks and only forty minutes’ preparation, this is a possible new direction in which to take and make music in the 21st century.” (Jan Bang)

Tickets Künstlerhaus Mousonturm
€ 22,- / red. € 11,-

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Konzert

Woher? Wohin? — Mythen, Nation, Identitäten l
Neue Kompositionen aus Mittelosteuropa
Ensemble Modern
• 20 Uhr
Alte Oper, Mozart Saal
Frankfurter Erstaufführungen

• Frankfurter Erstaufführungen Ensemble Modern
Kultur und nationale Identität: zwei Themenfelder, die eng miteinander verbunden sind. Unumstritten ist die Sprache ein identitäts-
stiftendes Merkmal einer Nation, doch leistet auch die Kunst und insbesondere die Musik einen Beitrag zur Identitätsfindung einer Nation? Im Rahmen des Projekts „Woher? Wohin? – Mythen, Nation, Identitäten“, das vom Goethe-Institut (Mittelosteuropa) initiiert wurde, spüren junge Komponisten aus Mittelosteuropa ihren kulturellen Wurzeln nach und befragen mit musikalischen Mitteln historische und aktuelle Mythen der jeweiligen Nationalstaaten. Das Ensemble Modern präsentiert die acht ausgewählten Gewinnerkompositionen von Matej Bonin (Slowenien), František Chaloupka (Tschechische Republik), Andris Dzenītis (Lettland), Paweł Hendrich (Polen), Kristaps Pētersons (Lettland), Jānis Petraškevičs (Lettland), Nina Šenk (Slowenien) und Judit Varga (Ungarn) in zwei Konzerten mit jeweils vier Werken. Leitung: Anu Tali

Karten Vorverkauf Alte Oper
Eintritt € 30,50  ̸  € 23,50  ̸  erm. 50 %

„Where from? Where to?“ – Myths, Nation and Identities in Central Eastern Europe
Culture and national identity – two thematic areas that are closely intertwined with each other. A language is an identity-building feature of a nation-state. But to what extent do the arts and in particular music, long described as a universal language equally understandable to all, also contribute to a country’s sense of identity? As part of the project “Where from? Where to? Myths – Nation – Identities”, which is initiated from Goethe-Institut (Central Eastern Europe), young composers from Central Eastern Europe explore historic and current myths that serve the construction of identity and meaning. Ensemble Modern presents eight winner compositions by Matej Bonin (Slovenia), František Chaloupka (Czech Republic), Andris Dzenītis (Latvia), Paweł Hendrich (Poland), Kristaps Pētersons (Lativia), Jānis Petraškevičs (Latvia), Nina Šenk (Slovenia) and Judit Varga (Hungary) in two concerts, each with four plants. Conductor: Anu Tali

Tickets Alte Oper
€ 30,50 / € 23,50 / red. 50 %

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Ausstellung

Carsten Nicolai
unidisplay
Carsten Nicolai + Studierende der Städelschule uni(psycho)acoustic
MMK Museum für Moderne Kunst und Städelschule
• 18 Uhr
MMK Museum für Moderne Kunst
Eröffnung

• MMK Museum für Moderne Kunst und Städelschule
unidisplay besteht aus einer Sammlung grafischer Module. Diese präsentieren unterschiedliche optische Muster und Formen, die verschiedene Aspekte der menschlichen Wahrnehmung berühren.
uni(psycho-)acoustic – eine Sound-Kammer – ergänzt die Installation unidisplay auf auditiver Ebene. Kongruent zu den visuellen Strukturen bei unidisplay werden (psycho-)akustische Phänomene vorgestellt, die ebenfalls die Wirkungsweise menschlicher Wahrnehmung untersuchen. Die Arbeit wird im Rahmen von Carsten Nicolais Gastprofessur mit Studierenden der Städelschule entwickelt.

Eröffnung (Eintritt frei)
Die Ausstellung läuft ab 26.01.13, tägl. außer montags 10 – 18 Uhr (mittwochs 10 – 20 Uhr).
Eintritt € 10,- ̸ erm. € 5,-

• MMK Museum für Moderne Kunst and Städelschule
unidisplay consists of a collection of graphic modules that present various optical patterns and shapes touching on different aspects of human perception.
The unidisplay installation is complemented at the auditory level by uni(psycho)acoustic – a sound chamber. In keeping with the visual structures of unidisplay, (psycho-)acoustic phenomena that explore the mode of operation of human perception are also presented. The work is being developed with students from the Städel School in the context of Carsten Nicolai’s guest professorship.

opening (admission free)
exhibition starts at 26.01.13
Tickets € 10,- / red. € 5,-

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Theater

„Theatre“ von Superamas
• 21 Uhr
Künstlerhaus Mousonturm
Deutsche Erstaufführung

• Deutsche Erstaufführung Künstlerhaus Mousonturm
An einer Wegkreuzung treffen Maler der Renaissance und ihr Einsatz der Perspektive auf Entwickler der 3-D-Computertechnik im 21. Jahrhundert, Geschichten der Sultane im Osmanischen Reich auf Eskapaden der Machthaber in der westlichen Welt heute. Ein Spiel mit dem Rahmen und der Umkehrung der Perspektive, einer Darstellung der Welt, in der die Illusion der Politik durch die Politik der Illusion entsteht. Man spielt Wahres und Unwahres, navigiert zwischen Realität und Virtualität und bemüht sich dabei, die Politik und das Bild der Politik auseinanderzuhalten. Oder noch mehr miteinander zu vermischen. Das Publikum wird die Gelegenheit haben, klar zu sehen: Der Werkzeugkoffer wird vor aller Augen geöffnet.
In englischer, französischer und arabischer Sprache mit englischen Übertiteln für die französischen und arabischen Teile.

Karten Vorverkauf Künstlerhaus Mousonturm
Eintritt € 17,- ̸ erm. € 8,-

The new production by Austrian-French collective SUPERAMAS takes a position where the illusion of politics and the politics of illusion interlock the closest. Renaissance painting meets 3D computer techniques and the dramatic performances of Ottoman sultans from the 15th century confront the escapades of the today’s wielders of power in the Western world. “THEATRE” plays with the framework and the inversion of perspective, presents the true and untrue, navigates between reality and virtuality – thereby always endeavouring to distinguish politics from the image of politics. Or mix together all the more. And this time, the audience’s attention will focus, so we hope, as much on the framework as on the vanishing point.

Tickets Künstlerhaus Mousonturm
€ 17,- / red. € 8,-

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Performance

Currencies and Collectives
– eine siebenstündige performative Konferenz
• 15 – 22 Uhr
Frankfurt LAB Schmidtstraße

– eine performative Konferenz produziert von Weltkulturen Museum, Städelschule und Frankfurt LAB (in englischer Sprache)
„Currencies and Collectives“ stellt die Frage, wo und wie neue Verabredungen und Währungen entstehen können, die über den ungeordneten individuellen Handel mit Waren und Ideen hinaus eine Form von Prototyp bilden, der die Kontinuität und Gemeinsamkeit der beteiligten Akteure fördert? Diese Fragestellung wurde als Beitrag zu dem von den Soziologen Richard Sennett und Saskia Sassen initiierten interdisziplinären Langzeitforum ­Theatrum Mundi / Global Street (www.theatrum-mundi.org) entwickelt, das gemeinsam mit Partnern in London, New York und Frankfurt am Main städtische Lebenswirklichkeiten aus soziopolitischer, kultureller und künstlerischer Perspektive untersucht. Die von dem Künstler Mike Bouchet entworfene multimediale Installation wird zu einem Marktplatz der Ideen und zu einem erweiterten Parlament, das Künstler, Wissenschaftler, Designer, Autoren und Architekten zusammenführt, um eine Diskussion über die Bedeutung von Urbanität, von kulturellen Zentren und die Rolle des Bürgers in der Stadt anzustoßen. Eine soziale Choreografie für etwa 30 Performer, inszeniert von Richard Siegal, leitet die Besucher durch die performative Konferenz.

Ein Projekt von Weltkulturen Museum, Staatliche Hochschule für Bildende Künste – Städelschule, Frankfurt LAB, Theatrum Mundi/Global Street, in Kooperation mit ID_Frankfurt, Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt (HfMdK) und Hochschule für Gestaltung (HfG), Offenbach.
Choreografie: Richard Siegal, Raum: Mike Bouchet, Kostüme: P.A.M., Musik: Hubert Machnik, Kuratorin: Christine Peters, Moderation: Clémentine Deliss, Nikolaus Hirsch

Mit: CassettePlaya (Art Director, London), Teddy Cruz (Architekt, San Diego), Stephen Duncombe (Soziologe, New York), Keller Easterling (Architektin, New York), Patricia Falguières (Kunsthistorikerin, Paris), Maria Lind (Kuratorin, Stockholm), Thomas Meinecke (Autor und Musiker, München), Peter Osborne (Philosoph, London), Mark von Schlegell (Autor, Köln), Richard Sennett (Soziologe, London und New York) & Axel Honneth (Sozialphilosoph, Frankfurt am Main und New York)

• ab 22 Uhr Party (An den Plattentellern: Misha Hollenbach / P.A.M., Melbourne)

• Kartenreservierung
Eintritt frei

Download PDF

– a performative conference produced by the Weltkulturen Museum, the Städelschule and Frankfurt LAB (in English)
Currencies and Collectives inquires about where and how new assignations and currencies might develop, forming a kind of prototype that promotes the continuity and community of the actors involved, above and beyond disorganized individual trade in goods and ideas? The multimedia installation designed by artist Mike Bouchet becomes a market place for ideas and an expanded parliament that brings together artists, scientists, designers, authors and architects with the aim of spurring a debate on the significance of urbanity, of cultural centres, and on the role of the citizen in the city. A social choreography for about 30 performers directed by Richard Siegal guides the audience through the performative conference.

A performative conference produced by the Weltkulturen Museum, the Städelschule and Frankfurt LAB in cooperation with Theatrum Mundi/Global Street, ID_Frankfurt, HfMdK Frankfurt and HfG Offenbach.Choreography: Richard Siegal, Space: Mike Bouchet, Costumes: P.A.M., Music: Hubert Machnik, Curator: Christine Peters, Moderation: Clémentine Deliss, Nikolaus Hirsch

With: Cassette Playa (Art Director, London),Teddy Cruz (architect, San Diego), Stephen Duncombe (sociologist, New York), Keller Easterling (architect, New York), Patricia Falguières (art historian, Paris), Maria Lind (curator, Stockholm), Thomas Meinecke (author and musician, Munich), Peter Osborne (philosopher, London), Mark von Schlegell (author, Cologne), Richard Sennett (sociologist, London and New York), & Axel Honneth (Professor of Philosophy, Frankfurt am Main and New York)

• Booking
admission free

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Theater

„Theatre“ von Superamas
• 21 Uhr
Künstlerhaus Mousonturm
Deutsche Erstaufführung

• Deutsche Erstaufführung Künstlerhaus Mousonturm
An einer Wegkreuzung treffen Maler der Renaissance und ihr Einsatz der Perspektive auf Entwickler der 3-D-Computertechnik im 21. Jahrhundert, Geschichten der Sultane im Osmanischen Reich auf Eskapaden der Machthaber in der westlichen Welt heute. Ein Spiel mit dem Rahmen und der Umkehrung der Perspektive, einer Darstellung der Welt, in der die Illusion der Politik durch die Politik der Illusion entsteht. Man spielt Wahres und Unwahres, navigiert zwischen Realität und Virtualität und bemüht sich dabei, die Politik und das Bild der Politik auseinanderzuhalten. Oder noch mehr miteinander zu vermischen. Das Publikum wird die Gelegenheit haben, klar zu sehen: Der Werkzeugkoffer wird vor aller Augen geöffnet.
In englischer, französischer und arabischer Sprache mit englischen Übertiteln für die französischen und arabischen Teile.

Karten Vorverkauf Künstlerhaus Mousonturm
Eintritt € 17,- ̸ erm. € 8,-

The new production by Austrian-French collective SUPERAMAS takes a position where the illusion of politics and the politics of illusion interlock the closest. Renaissance painting meets 3D computer techniques and the dramatic performances of Ottoman sultans from the 15th century confront the escapades of the today’s wielders of power in the Western world. “THEATRE” plays with the framework and the inversion of perspective, presents the true and untrue, navigates between reality and virtuality – thereby always endeavouring to distinguish politics from the image of politics. Or mix together all the more. And this time, the audience’s attention will focus, so we hope, as much on the framework as on the vanishing point.

Tickets Künstlerhaus Mousonturm
€ 17,- / red. € 8,-

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Performance

aleph-1
von Carsten Nicolai mit Rainer Römer
Portikus und Ensemble Modern
• 12 – 16 Uhr
Portikus
Uraufführung

• produziert von Portikus und Ensemble Modern
Aleph-1 ist eine Performance von Carsten Nicolai mit Rainer Römer vom Ensemble Modern. Die spezifische Kombination aus elektronischen und akustischen Klängen wird im Portikus erstmals aufgeführt.
Inspiriert von moderner klassischer und afrikanischer Musik verbindet Aleph-1 melodische und rhythmische Elemente zu einer hypnotisierenden Mischung. Die Stücke sind im Prinzip unendlich, ohne Anfang und Ende. Sie schaffen Atmosphäre, kein Ereignis.
Der Begriff Aleph-1 wurde 1884 von Georg Cantor in die Mathematik eingeführt. Seitdem steht der erste Buchstabe des hebräischen Alphabets, mit einer Zahl kombiniert, für die Kardinalität (oder Mächtigkeit) unendlicher Mengen. Die Aleph-Zahlen unterscheiden sich von der Unendlichkeit (∞) in Algebra und Infinitesimalrechnung. Alephs messen die Größe von Mengen; Unendlichkeit wird in der Regel als extreme Grenze der realen Zahlenreihe oder extremaler Punkt der erweiterten realen Zahlenreihe definiert. Alephs können unterschiedlich groß sein, aber ∞ bleibt ∞. Klanregie: Norbert Ommer

Eintritt frei

• produced by Portikus and Ensemble Modern
aleph-1 is a collaborative performance project by Carsten Nicolai with Rainer Römer of Ensemble Modern. This special combination of electronic and acoustic sounds will be presented for the first time at Portikus. Inspired by modern classical and african music aleph-1 merges melodic and rhythmic elements to a mesmerizing amalgam. The pieces are meant to be infinite and have no actual beginning or ending. They create an ambience rather than an event. In 1884 the term aleph-1 was introduced by Georg Cantor into the mathematical world. Since then the first letter of the hebrew alphabet, combined with a number has been used to represent the cardinality (or size) of infinite sets. The aleph numbers differ from infinity (∞) commonly found in algebra and calculus. Alephs measure the sizes of sets; infinity on the other hand, is commonly defined as an extreme limit of the real number line, or an extremal point of the extended real number line. While some alephs are larger than others, ∞ is just ∞. sound direction: Norbert Ommer

admission free

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Symposium

An der Grenze?
Über die Zukunft der Moderne
Vortragsreihe à jour Institut für Sozialforschung

Panel 1: Streit um die Moderne I:
Normativer Gehalt und soziale Dynamik
• 17.30 – 19.30 Uhr
Frankfurt LAB Schmidtstraße
Eröffnung

Die Moderne lässt sich verstehen als ein stetiger Prozess der Entgrenzung und dynamischen Selbstüberschreitung: Alles, was ist, soll sich im Namen von Freiheit, Wohlstand, Gerechtigkeit und Kreativität zu einem Mehr und Besseren hin bewegen. Doch gingen und gehen mit diesem Prozess immer auch negative Entwicklungen einher: eine entfesselte Ökonomie, die alles in ihren Sog zu ziehen droht; eine atemlose Steigerungslogik, die riskiert, ins Leere zu laufen; verschärfter Wettbewerb und permanenter Überbietungszwang, die verbindliche Gemeinsamkeiten auflösen und die Subjekte überfordern. ­Angesichts solcher Zeitdiagnosen stellt sich heute verschärft die Frage, was Fortschritt noch bedeuten kann.

Mit: Axel Honneth (Direktor des Instituts für Sozialforschung, Professor für Philosophie, Goethe-Universität Frankfurt am Main und Columbia University, New York), Rahel Jaeggi (Professorin für Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin), Armin Nassehi (Professor für Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München)

• Kartenreservierung
Eintritt frei

Modernism can be understood as a constant process of boundary-dissolving and dynamic self-overcoming. In the name of freedom, wealth, justice and creativity, everything that exists should strive to be something more, better. Yet this process has and will always go hand in hand with negative developments: an unchained economy that threatens to absorb everything; a breath-taking logic of maximisation that risks coming to nothing; harsher competition and the constant pressure to excel, annulling binding commonalities and overtaxing the subject. In view of such diagnoses of our times, the question that frequently arises is: What can progress still mean today?
With: Axel Honneth (Director of the Institut für Sozialforschung, Professor of Philosophy, Goethe-Universität Frankfurt am Main and Columbia University, New York), Rahel Jaeggi (Professor of Philosophy, Humboldt-Universität zu Berlin), Armin Nassehi (Professor of Sociology, Ludwig-Maximilians-Universität Munich)

Booking
admission free

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Theater

Kimberlit. Ein Bestiarium
von Kevin Rittberger
• 20 Uhr
Frankfurt LAB Schmidtstraße

• Uraufführung Schauspiel Frankfurt
Die Jagd mit dem Falken galt im Mittelalter als die edelste und herrschaftlichste Form des Jagens. Auch heute noch schicken die Deutschen ihr arma bestiarium in weit entfernte und politisch höchst zweifelhafte Konflikte. Wir nennen sie liebevoll Tiger, Fuchs, Leopard oder Dingo und es sind die Exportschlager der deutschen Rüstungsindustrie. Kevin Rittbergers Stück führt durch einen globalen Zoo der Kampfmaschinen, durch eine Welt, in der die Jagd die maßlose Gier und Dekadenz des Menschen offenbart. Regie: Samuel Weiss

Karten Vorverkauf Schauspiel Frankfurt
Eintritt € 20,-/erm. € 8,-

• Premiere Schauspiel Frankfurt
In the Middle Ages hunting with falcons was considered the most gallant and grand way of hunting. Today, the Germans are still sending their arma bestiarium into far distant and politically doubtful conflicts. We like to call these beasts by pretty names, such as Tiger, Fox, Leopard or Dingo, and they are the exports hits of the German weapons industry. Kevin Rittberger’s play takes us through a global zoo of fighting machinery, through a world where hunting exposes man’s boundless greed and decadence.
Director: Samuel Weiss

Tickets Schauspiel Frankfurt
€ 20,-/ red. € 8,-

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Konzert

Woher? Wohin? — Mythen, Nation, Identitäten lI
Neue Kompositionen aus Mittelosteuropa
• 20 Uhr
Alte Oper, Mozart Saal

• Frankfurter Erstaufführungen Ensemble Modern
Kultur und nationale Identität: zwei Themenfelder, die eng miteinander verbunden sind. Unumstritten ist die Sprache ein identitätsstiftendes Merkmal einer Nation, doch leistet auch die Kunst und insbesondere die Musik einen Beitrag zur Identitätsfindung einer Nation? Im Rahmen des Projekts „Woher? Wohin? – Mythen, Nation, Identitäten“, das vom Goethe-Institut (Mittelosteuropa) initiiert wurde, spüren junge Komponisten aus Mittelosteuropa ihren kulturellen Wurzeln nach und befragen mit musikalischen Mitteln historische und aktuelle Mythen der jeweiligen Nationalstaaten. Das Ensemble Modern präsentiert die acht ausgewählten Gewinnerkompositionen von Matej Bonin (Slowenien), František Chaloupka (Tschechische Republik), Andris Dzenītis (Lettland), Paweł Hendrich (Polen), Kristaps Pētersons (Lettland), Jānis Petraškevičs (Lettland), Nina Šenk (Slowenien) und Judit Varga (Ungarn) in zwei Konzerten mit jeweils vier Werken. Leitung: Anu Tali

Karten Vorverkauf Alte Oper
Eintritt € 30,50 / € 23,50 / erm.  50 %

• Frankfurt Premiere Ensemble Modern
„Where from? Where to?“ – Myths, Nation and Identities in Central Eastern Europe
Culture and national identity – two thematic areas that are closely intertwined with each other. A language is an identity-building feature of a nation-state. But to what extent do the arts and in particular music, long described as a universal language equally understandable to all, also contribute to a country’s sense of identity? As part of the project “Where from? Where to? Myths – Nation – Identities”, which is initiated from Goethe-Institut (Central Eastern Europe), young composers from Central Eastern Europe explore historic and current myths that serve the construction of identity and meaning.Ensemble Modern presents eight winner compositions by Matej Bonin (Slovenia), František Chaloupka (Czech Republic), Andris Dzenītis (Latvia), Paweł Hendrich (Poland), Kristaps Pētersons (Lativia), Jānis Petraškevičs (Latvia), Nina Šenk (Slovenia) and Judit Varga (Hungary) in two concerts, each with four plants. Conductor: Anu Tali

Tickets Alte Oper
€ 30,50 / € 23,50 / red. 50 %

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Theater

Kimberlit. Ein Bestiarium
von Kevin Rittberger
• 20 Uhr
Frankfurt LAB Schmidtstraße

• Uraufführung Schauspiel Frankfurt
Die Jagd mit dem Falken galt im Mittelalter als die edelste und herrschaftlichste Form des Jagens. Auch heute noch schicken die Deutschen ihr arma bestiarium in weit entfernte und politisch höchst zweifelhafte Konflikte. Wir nennen sie liebevoll Tiger, Fuchs, Leopard oder Dingo und es sind die Exportschlager der deutschen Rüstungsindustrie. Kevin Rittbergers Stück führt durch einen globalen Zoo der Kampfmaschinen, durch eine Welt, in der die Jagd die maßlose Gier und Dekadenz des Menschen offenbart. Regie: Samuel Weiss

Karten Vorverkauf Schauspiel Frankfurt
Eintritt € 20,- / erm. € 8,-

• Premiere Schauspiel Frankfurt
In the Middle Ages hunting with falcons was considered the most gallant and grand way of hunting. Today, the Germans are still sending their arma bestiarium into far distant and politically doubtful conflicts. We like to call these beasts by pretty names, such as Tiger, Fox, Leopard or Dingo, and they are the exports hits of the German weapons industry. Kevin Rittberger’s play takes us through a global zoo of fighting machinery, through a world where hunting exposes man’s boundless greed and decadence.
Director: Samuel Weiss

Tickets Schauspiel Frankfurt
€ 20,-/ red. € 8,-

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Symposium

Panel 2: Streit um die Moderne II:
Eine Moderne — viele Modernen?
• 11 – 12.45 Uhr
Frankfurt LAB Schmidtstraße

Die Moderne lässt sich verstehen als ein stetiger Prozess der Entgrenzung und dynamischen Selbstüberschreitung: Alles, was ist, soll sich im Namen von Freiheit, Wohlstand, Gerechtigkeit und Kreativität zu einem Mehr und Besseren hin bewegen. Doch gingen und gehen mit diesem Prozess immer auch negative Entwicklungen einher: eine entfesselte Ökonomie, die alles in ihren Sog zu ziehen droht; eine atemlose Steigerungslogik, die riskiert, ins Leere zu laufen; verschärfter Wettbewerb und permanenter Überbietungszwang, die verbindliche Gemeinsamkeiten auflösen und die Subjekte überfordern. ­Angesichts solcher Zeitdiagnosen stellt sich heute verschärft die Frage, was Fortschritt noch bedeuten kann.

Mit: Iwo Amelung (Professor für Sinologie, Goethe-Universität Frankfurt am Main), Christian Kravagna (Kunsthistoriker und Kurator, Professor für Postcolonial Studies an der Akademie der bildenden Künste Wien), Shalini Randeria (Professorin für Anthropologie und Entwicklungssoziologie am Graduate Institute of International and Development Studies, Genf), Susanne Schröter (Professorin für Ethnologie, Goethe-Universität Frankfurt am Main); Moderation: Wolfgang Knöbl (Professor für Soziologie, Georg-August-Universität Göttingen)

Eintritt frei

Modernism can be understood as a constant process of boundary-dissolving and dynamic self-overcoming. In the name of freedom, wealth, justice and creativity, everything that exists should strive to be something more, better. Yet this process has and will always go hand in hand with negative developments: an unchained economy that threatens to absorb everything; a breath-taking logic of maximisation that risks coming to nothing; harsher competition and the constant pressure to excel, annulling binding commonalities and overtaxing the subject. In view of such diagnoses of our times, the question that frequently arises is: What can progress still mean today?
With: Iwo Amelung (Professor of Sinology, Goethe-Universität Frankfurt am Main), Christian Kravagna (curator and art historian, Professor of Postcolonial Studies at the Akademie der Bildenden Künste, Vienna), Shalini Randeria (Professor of Anthropology and Entwicklungs Sociology, Graduate Institute of International and Development Studies, Geneva), Susanne Schröter (Professor of Ethnology, Goethe-Universität Frankfurt am Main); Moderation: Wolfgang Knöbl (Professor of Sociology, Georg-August-Universität Göttingen)

admission free

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Panel 3: Entgrenzung der Künste I: Auflösung der Genres und der Kunst?
• 13.15 – 15 Uhr
Frankfurt LAB Schmidtstraße

Bei den Panels zur Entgrenzung der Künste stehen ästhetische Erfahrungen im Mittelpunkt. Um die zunehmende Vernetzung der Künste untereinander und die Auflösung der Genres wird es dabei ebenso gehen wie um die Auflösung der Grenze zwischen Kunst und Nicht-Kunst sowie um die Frage, wie sich die fortschreitende Globalisierung auf die Kunst auswirkt: Welche Rolle spielt die Rückbindung an nationale Traditionen? Inwieweit verbinden sich lokale Traditionen und globale Themen zu neuen Formen einer Weltkunst?

Mit: Daniel Birnbaum (Direktor des Moderna Museet, Stockholm, und Professor für Philosophie und Kunstvermittlung, Städelschule, Frankfurt am Main), Gertrud Koch (Professorin für Filmwissenschaft, FU Berlin), Juliane Rebentisch (Professorin für Philosophie und Ästhetik, Hochschule für Gestaltung Offenbach), Kevin Rittberger (Autor und Theaterregisseur, Berlin); Moderation: Christoph Menke (Professor für Philosophie, Goethe-Universität Frankfurt am Main)

Eintritt frei

Aesthetic experience is the main focus of the panel discussions on the dissolution of the boundaries between the arts. The discussions will concentrate on the increasing networking of the arts and the dissolution of genres, as well as on the blurring of the borderline between art and non-art, and the question of the impact of progressive globalisation on art. What role does the link to national traditions play? To what extent can local traditions and global themes be combined to produce new forms of world art?
With: Daniel Birnbaum (Director of the Moderna Museet, Stockholm, and Professor of Philosophy and Art History, Städelschule, Frankfurt am Main), Gertrud Koch (Professor of Filmwissenschaft, FU Berlin), Juliane Rebentisch (Professor of Philosophy and Aesthetics, Hochschule für Gestaltung Offenbach), Kevin Rittberger (author und theatre director, Berlin), Susanne Schröter (Professor of Ethnology, Goethe-Universität Frankfurt am Main) and others. The complete list of participants in the discussion rounds will be published in January; Moderation: Christoph Menke (Professor of Philosophy, Goethe-Universität Frankfurt am Main)

admission free

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Panel 4: Entgrenzung der Künste II: Avantgarde und (post)nationale
Konstellation
• 17.30 – 19.30 Uhr
Alte Oper, Mozart Saal

Bei den Panels zur Entgrenzung der Künste stehen ästhetische Erfahrungen im Mittelpunkt. Um die zunehmende Vernetzung der Künste untereinander und die Auflösung der Genres wird es dabei ebenso gehen wie um die Auflösung der Grenze zwischen Kunst und Nicht-Kunst sowie um die Frage, wie sich die fortschreitende Globalisierung auf die Kunst auswirkt: Welche Rolle spielt die Rückbindung an nationale Traditionen? Inwieweit verbinden sich lokale Traditionen und globale Themen zu neuen Formen einer Weltkunst?

Mit: Heinrich Blömeke (Leiter der Goethe-Institute Mittelosteuropa, Prag), Clémentine Deliss(Direktorin des Weltkulturen Museums, Frankfurt am Main), Roland Diry (Hauptgeschäftsführer des Ensemble Modern), Julika Griem (Professorin für Anglistische Literaturwissenschaft, Goethe-Universität Frankfurt am Main); Moderation: Christoph Menke (Professor für Philosophie, Goethe-Universität Frankfurt am Main)

Eintritt frei

Aesthetic experience is the main focus of the panel discussions on the dissolution of the boundaries between the arts. The discussions will concentrate on the increasing networking of the arts and the dissolution of genres, as well as on the blurring of the borderline between art and non-art, and the question of the impact of progressive globalisation on art. What role does the link to national traditions play? To what extent can local traditions and global themes be combined to produce new forms of world art?
With: Heinrich Blömeke (director of the Goethe Institute East-Central Europe, Prague), Clémentine Deliss (Director of the Weltkulturen Museum, Frankfurt am Main), Roland Diry (Managing Director of the Ensemble Modern), Julika Griem (Professor of English, Goethe-Universität Frankfurt am Main); Moderation: Christoph Menke

admission free

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Theater

Kimberlit. Ein Bestiarium
von Kevin Rittberger
• 20 Uhr
Frankfurt LAB Schmidtstraße

• Uraufführung Schauspiel Frankfurt
Die Jagd mit dem Falken galt im Mittelalter als die edelste und herrschaftlichste Form des Jagens. Auch heute noch schicken die Deutschen ihr arma bestiarium in weit entfernte und politisch höchst zweifelhafte Konflikte. Wir nennen sie liebevoll Tiger, Fuchs, Leopard oder Dingo und es sind die Exportschlager der deutschen Rüstungsindustrie. Kevin Rittbergers Stück führt durch einen globalen Zoo der Kampfmaschinen, durch eine Welt, in der die Jagd die maßlose Gier und Dekadenz des Menschen offenbart. Regie: Samuel Weiss

Karten Vorverkauf Schauspiel Frankfurt
Eintritt € 20,- / erm. € 8,-

• Premiere Schauspiel Frankfurt
In the Middle Ages hunting with falcons was considered the most gallant and grand way of hunting. Today, the Germans are still sending their arma bestiarium into far distant and politically doubtful conflicts. We like to call these beasts by pretty names, such as Tiger, Fox, Leopard or Dingo, and they are the exports hits of the German weapons industry. Kevin Rittberger’s play takes us through a global zoo of fighting machinery, through a world where hunting exposes man’s boundless greed and decadence.
Director: Samuel Weiss

Tickets Schauspiel Frankfurt
€ 20,-/ red. € 8,-

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Theater

Fluchtpunkt Berlin von Tobias Rausch
• 20 Uhr
Frankfurt LAB Schmidtstraße
Uraufführungsinszenierung Junges
Deutsches Theater Berlin

• Uraufführungsinszenierung Junges Deutsches Theater Berlin
43,7 Mio. Menschen befanden sich im Jahr 2011 weltweit auf der Flucht. Sie fliehen vor Kriegen, Armut, Umweltkatastrophen und -zerstörung, vor ethnischer oder religiöser Verfolgung. Viele träumen davon, irgendwann in die verlorene Heimat zurückzukehren. Aber was, wenn das nicht möglich ist, weil die Heimat unbewohnbar geworden oder ganz verschwunden ist? In dem Theaterprojekt Fluchtpunkt Berlin erforscht der Regisseur Tobias Rausch zusammen mit Jugendlichen Fluchtgeschichten, die Heimat im Kopf und den Transitzustand hier und jetzt.

Karten Vorverkauf Künstlerhaus Mousonturm
Eintritt € 22,- / erm. € 11,-

• First staged by the Junges Deutsches Theater, Berlin
In the year 2011, there were 43.7 million refugees worldwide, fleeing from wars, poverty, environmental catastrophes and destruction, ethnic or religious persecution. Many of them dream of returning to their lost homeland one day. But what if that is not possible? With the theatre project Fluchtpunkt Berlin, director Tobias Rausch and a group of young people jointly explore stories about flight, the homeland in people’s minds, and being in transit in the here and now.
Tickets Künstlerhaus Mousonturm

€ 22,- / red. € 11,-

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Theater

Nebenschauplätze Nr.1: Das 20. Jahrhundert
Re-Enactment flüchtiger Erscheinungen von Hofmann&Lindholm
• 20 Uhr
Künstlerhaus Mousonturm
Uraufführung

• Uraufführung Künstlerhaus Mousonturm
Hofmann&Lindholm reanimieren Schatten der Vergangenheit und projizieren sie in den Bühnenraum. Ausgangspunkt ihrer medialen Rekonstruktion sind historisch überlieferte Situationen, die sich im 20. Jahrhundert in Innenräumen ereignet haben. Ebenso überraschend wie sinnfällig manövriert die aktuelle Arbeit des Künstlerduos dabei zielstrebig ins Abseits: sie folgt ausschließlich Konturen, die bestimmte Ereignisse – Tisch, Stuhl, Mensch – geschärft haben. ‚Nebenschauplätze Nr.1’ ist ein Kabinettstück. Ein Re-Enactment flüchtiger Erscheinungen, in dem das Theater als Gedächtnisraum (der Projektionen) bespielt und kommentiert wird. Verdunkelnde Aufklärung.

„Können Sie etwas sehen?“, fragt Carnarvon den Archäologen. „Ja“, antwortet Carter. „Wundervolle Dinge“

Eine Koproduktion von Hofmann&Lindholm mit dem Künstlerhaus Mousonturm, dem FFT (Düsseldorf) und PACT Zollverein (Essen). Im Rahmen der Frankfurter Positionen 2013. Gefördert vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrheinwestfalen, sowie der Kunststiftung NRW.
Besonderer Dank an: Egbert Mittelstädt, Eva Maarika Schmitz, Cihan Hazar (diefarbenull) und Schauspiel Köln

Karten Vorverkauf Künstlerhaus Mousonturm
Eintritt € 17,- / erm. € 8,-

Hofmann&Lindholm operate a machine to reanimate shadows of the past and project them into the theatre space. Their medial reconstructions are based on historically documented situations that took place in interiors during the 20th century. This newest piece by the artist duo from Cologne steers both clearly and surprisingly towards the periphery in a single-minded way. Hofmann&Lindholm practice an obscure form of enlightenment: the machine extracts the superficial splendour from history, steals the luminosity from table, chair and humankind and solely follows the shadows that spawned a distinct event. Nebenschauplätze Nr. 1 is a masterstroke of transitory manifestations, a collection of brightly lucid snapshots, in which theatre is played and commented on as a mnemonic space (of projections).

Tickets Künstlerhaus Mousonturm
 € 17,- / red. € 8,-

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Theater

Wunderland von Gesine Danckwart
• 20 Uhr
Frankfurt LAB Schmidtstraße
Uraufführungsinszenierung Nationaltheater Mannheim

• Uraufführungsinszenierung Nationaltheater Mannheim
Aufsteigen, abgrenzen, abmessen, aufschneiden, durchleuchten, durchtherapieren, assessmenterklären und dann muss das, was da ist, immer noch den Humantest im Internet bestehen. Eine Seele ist, muss wohl auch da sein. Wie umgehen mit der Schuld des Wohlstandsglücks, und für wen funktioniert diese scheinbare Wunderwelt eigentlich? Dazwischen davor da dran Vertreter und Illegale, alte und ganz normal smart-Einsame vor der großen nahen Krisenwelt. Wer sind die WIR-Oktoberfest-Gesellschaft? Schnelles Abchecken für Privatheiten. Da muss doch noch mehr sein. Reden ums Verrecken/Überleben. Warten. Regie: Cilli Drexel

Karten Vorverkauf Künstlerhaus Mousonturm
Eintritt € 22,- / erm. € 11,-

• First staged at the Nationaltheater, Mannheim
Climbing the career ladder, staking your claim, sizing things up, boasting, screening, going to therapy, elucidating the assessment, and after all that, what is there has still to pass the Internet human-test. There’ a soul there as well, there just has to be. How to handle the guilt of wealth and well-being. And for whom does this apparent wonderworld actually operate? In-between, before and during, representatives and illegals, old and quite normally smart loners are faced with the big all too close world full of crises. Who belongs to the WE-Oktoberfest-society? A quick check for confidentialities. There simply must be more. Talking to lose/save your life. Waiting. Director: Cilli Drexel

Tickets Künstlerhaus Mousonturm
€ 22,- / red. € 11,-

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Theater

Nebenschauplätze Nr.1: Das 20. Jahrhundert
Re-Enactment flüchtiger Erscheinungen von Hofmann&Lindholm
• 20 Uhr
Künstlerhaus Mousonturm
Uraufführung

• Uraufführung Künstlerhaus Mousonturm
Hofmann&Lindholm reanimieren Schatten der Vergangenheit und projizieren sie in den Bühnenraum. Ausgangspunkt ihrer medialen Rekonstruktion sind historisch überlieferte Situationen, die sich im 20. Jahrhundert in Innenräumen ereignet haben. Ebenso überraschend wie sinnfällig manövriert die aktuelle Arbeit des Künstlerduos dabei zielstrebig ins Abseits: sie folgt ausschließlich Konturen, die bestimmte Ereignisse – Tisch, Stuhl, Mensch – geschärft haben. ‚Nebenschauplätze Nr.1’ ist ein Kabinettstück. Ein Re-Enactment flüchtiger Erscheinungen, in dem das Theater als Gedächtnisraum (der Projektionen) bespielt und kommentiert wird. Verdunkelnde Aufklärung.

„Können Sie etwas sehen?“, fragt Carnarvon den Archäologen. „Ja“, antwortet Carter. „Wundervolle Dinge“

Eine Koproduktion von Hofmann&Lindholm mit dem Künstlerhaus Mousonturm, dem FFT (Düsseldorf) und PACT Zollverein (Essen). Im Rahmen der Frankfurter Positionen 2013. Gefördert vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrheinwestfalen, sowie der Kunststiftung NRW.
Besonderer Dank an: Egbert Mittelstädt, Eva Maarika Schmitz, Cihan Hazar (diefarbenull) und Schauspiel Köln

Karten Vorverkauf Künstlerhaus Mousonturm
Eintritt € 17,- / erm. € 8,-

Hofmann&Lindholm operate a machine to reanimate shadows of the past and project them into the theatre space. Their medial reconstructions are based on historically documented situations that took place in interiors during the 20th century. This newest piece by the artist duo from Cologne steers both clearly and surprisingly towards the periphery in a single-minded way. Hofmann&Lindholm practice an obscure form of enlightenment: the machine extracts the superficial splendour from history, steals the luminosity from table, chair and humankind and solely follows the shadows that spawned a distinct event. Nebenschauplätze Nr. 1 is a masterstroke of transitory manifestations, a collection of brightly lucid snapshots, in which theatre is played and commented on as a mnemonic space (of projections).

Tickets Künstlerhaus Mousonturm
 € 17,- / red. € 8,-

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Theater

Wunderland von Gesine Danckwart
• 20 Uhr
Frankfurt LAB Schmidtstraße
Uraufführungsinszenierung Nationaltheater Mannheim

• Uraufführungsinszenierung Nationaltheater Mannheim
Aufsteigen, abgrenzen, abmessen, aufschneiden, durchleuchten, durchtherapieren, assessmenterklären und dann muss das, was da ist, immer noch den Humantest im Internet bestehen. Eine Seele ist, muss wohl auch da sein. Wie umgehen mit der Schuld des Wohlstandsglücks, und für wen funktioniert diese scheinbare Wunderwelt eigentlich? Dazwischen davor da dran Vertreter und Illegale, alte und ganz normal smart-Einsame vor der großen nahen Krisenwelt. Wer sind die WIR-Oktoberfest-Gesellschaft? Schnelles Abchecken für Privatheiten. Da muss doch noch mehr sein. Reden ums Verrecken/Überleben. Warten. Regie: Cilli Drexel

Karten Vorverkauf Künstlerhaus Mousonturm
Eintritt € 22,- / erm. € 11,-

• First staged at the Nationaltheater, Mannheim
Climbing the career ladder, staking your claim, sizing things up, boasting, screening, going to therapy, elucidating the assessment, and after all that, what is there has still to pass the Internet human-test. There’ a soul there as well, there just has to be. How to handle the guilt of wealth and well-being. And for whom does this apparent wonderworld actually operate? In-between, before and during, representatives and illegals, old and quite normally smart loners are faced with the big all too close world full of crises. Who belongs to the WE-Oktoberfest-society? A quick check for confidentialities. There simply must be more. Talking to lose/save your life. Waiting. Director: Cilli Drexel

Tickets Künstlerhaus Mousonturm
€ 22,- / red. € 11,-

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Theater

Nebenschauplätze Nr.1: Das 20. Jahrhundert
Re-Enactment flüchtiger Erscheinungen von Hofmann&Lindholm
• 20 Uhr
Künstlerhaus Mousonturm
Uraufführung

• Uraufführung Künstlerhaus Mousonturm
Hofmann&Lindholm reanimieren Schatten der Vergangenheit und projizieren sie in den Bühnenraum. Ausgangspunkt ihrer medialen Rekonstruktion sind historisch überlieferte Situationen, die sich im 20. Jahrhundert in Innenräumen ereignet haben. Ebenso überraschend wie sinnfällig manövriert die aktuelle Arbeit des Künstlerduos dabei zielstrebig ins Abseits: sie folgt ausschließlich Konturen, die bestimmte Ereignisse – Tisch, Stuhl, Mensch – geschärft haben. ‚Nebenschauplätze Nr.1’ ist ein Kabinettstück. Ein Re-Enactment flüchtiger Erscheinungen, in dem das Theater als Gedächtnisraum (der Projektionen) bespielt und kommentiert wird. Verdunkelnde Aufklärung.

„Können Sie etwas sehen?“, fragt Carnarvon den Archäologen. „Ja“, antwortet Carter. „Wundervolle Dinge“

Eine Koproduktion von Hofmann&Lindholm mit dem Künstlerhaus Mousonturm, dem FFT (Düsseldorf) und PACT Zollverein (Essen). Im Rahmen der Frankfurter Positionen 2013. Gefördert vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrheinwestfalen, sowie der Kunststiftung NRW.
Besonderer Dank an: Egbert Mittelstädt, Eva Maarika Schmitz, Cihan Hazar (diefarbenull) und Schauspiel Köln

Karten Vorverkauf Künstlerhaus Mousonturm
Eintritt € 17,- / erm. € 8,-

Hofmann&Lindholm operate a machine to reanimate shadows of the past and project them into the theatre space. Their medial reconstructions are based on historically documented situations that took place in interiors during the 20th century. This newest piece by the artist duo from Cologne steers both clearly and surprisingly towards the periphery in a single-minded way. Hofmann&Lindholm practice an obscure form of enlightenment: the machine extracts the superficial splendour from history, steals the luminosity from table, chair and humankind and solely follows the shadows that spawned a distinct event. Nebenschauplätze Nr. 1 is a masterstroke of transitory manifestations, a collection of brightly lucid snapshots, in which theatre is played and commented on as a mnemonic space (of projections).

Tickets Künstlerhaus Mousonturm
17,- / red. € 8,-

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Theater

Nebenschauplätze Nr.1: Das 20. Jahrhundert
Re-Enactment flüchtiger Erscheinungen von Hofmann&Lindholm
• 20 Uhr
Künstlerhaus Mousonturm
Uraufführung

• Uraufführung Künstlerhaus Mousonturm
Hofmann&Lindholm reanimieren Schatten der Vergangenheit und projizieren sie in den Bühnenraum. Ausgangspunkt ihrer medialen Rekonstruktion sind historisch überlieferte Situationen, die sich im 20. Jahrhundert in Innenräumen ereignet haben. Ebenso überraschend wie sinnfällig manövriert die aktuelle Arbeit des Künstlerduos dabei zielstrebig ins Abseits: sie folgt ausschließlich Konturen, die bestimmte Ereignisse – Tisch, Stuhl, Mensch – geschärft haben. ‚Nebenschauplätze Nr.1’ ist ein Kabinettstück. Ein Re-Enactment flüchtiger Erscheinungen, in dem das Theater als Gedächtnisraum (der Projektionen) bespielt und kommentiert wird. Verdunkelnde Aufklärung.

„Können Sie etwas sehen?“, fragt Carnarvon den Archäologen. „Ja“, antwortet Carter. „Wundervolle Dinge“

Eine Koproduktion von Hofmann&Lindholm mit dem Künstlerhaus Mousonturm, dem FFT (Düsseldorf) und PACT Zollverein (Essen). Im Rahmen der Frankfurter Positionen 2013. Gefördert vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrheinwestfalen, sowie der Kunststiftung NRW.
Besonderer Dank an: Egbert Mittelstädt, Eva Maarika Schmitz, Cihan Hazar (diefarbenull) und Schauspiel Köln

Karten Vorverkauf Künstlerhaus Mousonturm
Eintritt € 17,- / erm. € 8,-

Hofmann&Lindholm operate a machine to reanimate shadows of the past and project them into the theatre space. Their medial reconstructions are based on historically documented situations that took place in interiors during the 20th century. This newest piece by the artist duo from Cologne steers both clearly and surprisingly towards the periphery in a single-minded way. Hofmann&Lindholm practice an obscure form of enlightenment: the machine extracts the superficial splendour from history, steals the luminosity from table, chair and humankind and solely follows the shadows that spawned a distinct event. Nebenschauplätze Nr. 1 is a masterstroke of transitory manifestations, a collection of brightly lucid snapshots, in which theatre is played and commented on as a mnemonic space (of projections).

Tickets Künstlerhaus Mousonturm

17,- / red. € 8,-

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Künstler

Andris Dzenītis

Der 1978 in Riga (Lettland) geborene Komponist Andris Dzenītis erhielt mit gerade 16 Jahren für seine Sonate für Violine und Klavier Pamestie (Deserted, 1994) den Kammermusikpreis des Lettischen Komponistenverbandes. Als Herder-Stipendiat studierte er 1996 bis 1997 Komposition an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien bei Kurt Schwertsik. Seine Studien setzte er an der Lettischen Musikakademie bei Pēteris Plakidis (1997 bis 1999) und an der Musik- und Theaterakademie Litauens bei Osvaldas Balakauskas (1999 bis 2003) fort. Für seine Werke, die vielfach aufgeführt und auf CD eingespielt wurden, erhielt er zahlreiche Preise, etwa 2007 den in Lettland hoch angesehenen Großen Musikpreis für Fides.Spes.Caritas (2006). Dzenītis ist vielseitig tätig: ­Neben seiner Beschäftigung als Musikjournalist, Musikorganisator und Kompositionslehrer ist er Mitbegründer des Woodpecker Projects, einer Gruppe für elektronische Musik. Seit 2004 ist Dzenītis außerdem Vorstandsmitglied des Lettischen Komponistenverbandes. Er schreibt über seine Komposition Latvian Cookbook (Lettisches Kochbuch) – für Ensemble: „Überall auf der Welt haben Völker ihre eigenen lokalen Traditionen – das beginnt mit uralten Stammesritualen, setzt sich mit Traditionen fort, die den jeweiligen historischen Gegebenheiten entsprangen, endet schließlich bei einer Vielzahl unterschiedlicher Arten des Genießens. Eine dieser lustvollen, besonderen und immer wieder faszinierenden Traditionen ist die Kochkunst. Die jeweilige Landesküche ist einer der realsten und stärksten Aspekte nationaler Identität. Das gilt vor allem für die beliebten Nationalgerichte großer Nationen. Was aber ist mit kleinen Völkern, ihren Kulturen und Traditionen? Da gibt es, ­außerhalb des ­jeweiligen Landes meist nur Legenden oder gar keine Informationen. Was wissen wir über die weißrussische, die litauische, die estländische oder die lettische Kunst, ein Essen zuzubereiten? Daher basiert meine Komposition mit ihren neun Stücken auf lettischen Originalrezepten aus alten Zeiten, die von den Großmüttern an ihre Enkel ­weitergegeben wurden, und von diesen wieder weiter. Möglicherweise ist das Essen, das ich mit musikalischen Klängen beschreiben will, nicht für alle Menschen rund um den Globus das schmackhafteste (auch das lässt sich in meiner musikalischen Sprache erfahren), aber es ist die wahre ­lettische ­Küche: von Land bis Stadt. Es gibt eine Legende, nach der bei einem wirklichen Festessen neun unterschiedliche Gerichte auf den Tisch kommen sollten: Das gewähre Reichtum und Gesundheit auch im nächsten Jahr. Darum besteht mein Stück aus neun Teilen. Die Beschreibungen für jedes dieser Teile stammen vom berühmten lettischen Koch und Feinschmecker Mārtiņš Rītiņš.“

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Carsten Nicolai

Als Musiker ist Nicolai einer der bekanntes­ten Vertreter der zeitgenössischen elektronischen Musik. Er hat vielfach in Kollaborationen z. B. mit Scanner, Thomas Knak, Mika Vainio, Michael Nyman, Ryoji Ikeda oder Ryūichi Sakamoto gearbeitet und ist Teil des Projektes ­signal (mit Olaf Bender und Frank Bretschneider). Unter dem Pseu­donym Alva Noto arbeitete er mit Blixa ­Bargeld (Einstürzende Neubauten). Bei ­dieser Zusammenarbeit entstanden die EP Ret Marut Handshake und das Album ­Mimikry. Im Oktober 2010 präsentierte Nicolai anlässlich der Ausstellung Not in Fashion. Mode und Fotografie der 90er Jahre im MMK Museum für Moderne Kunst in Frankfurt am Main seine Licht- und ­Tonkunst zusammen mit Modeschöpfungen des Dresdners Kostas Murkudis. Bei der Ruhrtriennale 2012 arbeitet er zusammen mit Ryūichi Sakamoto und dem Ensemble Modern.

Carsten Nicolai ist Bildender Künstler, Komponist und Musiker und wurde 1965 in Karl-Marx-Stadt geboren. Er lebt und arbeitet in Berlin und Chemnitz. Bekannt geworden ist er vor allem als Bildender Künstler der Objekt- und Installationskunst, wobei er hauptsächlich von wissenschaftlichen Referenzsystemen inspiriert wird. Mit seinem ganzheitlichen Ansatz, der sich unter anderem mit mathematischen und kybernetischen Mustern wie Grids und Codes, Fehler- und Zufallsstrukturen sowie dem Phänomen der Selbstorganisation auseinandersetzt, sucht er die Grenzsetzungen zwischen den verschiedenen künstlerischen Genres zu überwinden.
Nicolai erhielt zahlreiche Preise und Stipendien, u. a. Villa Massimo, Rom (2007), Zurich Prize, Basel (2007), Villa Aurora, Los Angeles (2003), Goldene Nica, Ars Electronica, Linz (2000), F6-Philip Morris Graphik-Preis, Dresden (2000). Seine Arbeiten wurden in vielen nationalen und internationalen Ausstellungen renommierter Galerien und Museen präsentiert und fanden Aufnahme in bedeutende private und öffentliche Sammlungen.

Mit unidisplay (mono-version) präsentiert Nicolai ein erweiterbares Archiv grafischer Module, welche unterschiedliche optische Muster und Formen präsentieren, die verschiedene Aspekte menschlicher Wahrnehmung berühren.

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Christine Peters

Nach dem Studium der Anglistik, Romanis­tik, Theater-, Film- und Medienwissenschaft war Christine Peters von 1992 bis 1998 Projektleiterin und von 1998 bis 2003 Künstlerische Leiterin am Künstlerhaus Mousonturm, Frankfurt am Main. Hier legte sie ihren Schwerpunkt auf die interdisziplinäre Produktion von Theorie und Praxis in der Gegenwartskunst. Neben der Konzipierung und Realisierung des Jahresspielplans initiierte sie zahlreiche institutionsübergreifende städtische und internationale Kooperationsprojekte und war Mitbegründerin der Internationalen Sommerakademie, die sie von 1997 bis 2002 leitete. Seit 2004 ist sie freie Kuratorin, so für Theater der Welt in Stuttgart 2005, wo sie u. a. den ersten 24 Stunden Interview Marathon von Hans Ulrich Obrist kuratierte. 2006 co-kuratierte sie die prozessuale Gruppenausstellung Protections am Kunsthaus Graz. Sie konzipierte und moderierte für Tanzplan Deutschland von 2008 bis 2010 die Forschungsreihe Tanz / Kuratieren zwischen Theorie und Praxis mit Künstlern und Kuratoren aus der Bildenden und Darstellenden Kunst. 2010 kuratierte sie eine Vortrags-, Essay- und Performance-Reihe für Theater der Welt in Essen und Mülheim und co-kuratierte die Gruppenausstellung Play Admont im Museum für Gegenwartskunst Admont (A). 2011 war sie Künstlerische Leiterin des temporären Kunstraums Globe in den Deutsche-Bank-Türmen und co-kuratierte das interdisziplinäre Symposium Beyond Curating bei PACT Zollverein in Essen. Sie ist derzeit Co-Kuratorin der Gruppenausstellung Acts of Voicing. Über die Poetiken und Politiken der Stimme am Württembergischen Kunstverein Stuttgart, mit weiteren Stationen im Total Museum, Seoul und Para / Site, Hong Kong, 2013. Christine Peters unterrichtet Kuratieren im interdisziplinären Kontext an verschiedenen deutschen Universitäten und Hochschulen und lebt in Frankfurt am Main.

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Erik Bünger

Erik Bünger, der schwedische Maler, Komponist und Autor, lebt in Berlin. Seine Arbeiten entwickeln sich rund um die menschliche Stimme, untersuchen, wie eine nähere Erforschung der Stimme unser gewohntes Verständnis von Kategorien wie Identität, Freiheit, Zeit, Raum und Tod erschüttern kann. In seinen Performances, Videos, Installationen und Kompositionen untersucht er das Singen und Sprechen von Menschen. Aber nicht insofern diese Träger semantischer Bedeutungen sind, sondern indem er sich auf das konzentriert, was die signifizierende Operation, das Bezeichnen übrig lässt. Es geht ihm um die Situationen, in denen die Sprache den ihr zugeschriebenen Raum verlässt und ein eigenes Leben führt. The Empire Never Ended, Erik Büngers Beitrag zu den Frankfurter Positionen 2013, ist eine Transkription, die von Anfang bis Ende erfasst, was ein Mann, der in Zungen sprach, von sich gegeben hat. In Zungen reden, auch Glossolalie genannt, bedeutet, dass erkennbar gesprochen wird, also nicht ­gesungen oder geschrien, sondern dass ein strukturierter Redefluss klanglich absichtsvoll gestaltet wird – aber in keiner bekannten Sprache. In Zungen reden meint auch ­Außersichsein und Ekstase. Es ist eine mystisch umwölkte kulturelle Praxis, die in Absichtslosigkeit geschieht. Das Material dazu liefert eine Tonaufzeichnung aus dem Jahr 1948. Man kann davon ausgehen, dass sich dieser Mann in Trance befand, jedenfalls gehört das, was er vokalisiert, zu keiner bekannten menschlichen Sprache. Wir wissen nichts über die Muttersprache des Sprechenden, auch nicht, welchem Glauben er anhing. Das Stück bewegt sich in jenem Grenzgebiet, in dem totale Kontrolle und totaler Kontrollverlust zusammenfallen.

Um dies Stück aufzuführen, brauchen die Musiker all ihr Können und alle Konzentration. Gleichzeitig aber müssen sie diese Fähigkeiten einer Macht übergeben, die sich jeder menschlichen Kontrolle entzieht. Einer Macht, über die wir nichts wissen.

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František Chaloupka

Der 1981 in der Tschechischen Republik geborene František Chaloupka studierte ­zunächst Komposition am Janáček-Konservatorium in Ostrava und trat 2004 in die Kompositionsklasse von Martin Smolka an der Janáček Akademie für Musik und Darstellende Kunst in Brno ein. Seit seinem Abschluss 2009 promoviert er an der Akademie, seit 2011 auch als Stipendiat der ­Stiftung Tschechischer Musikfonds. Weitere Stipendien erhielt er für die Ostrava Tage für Neue Musik, bei denen 2005 sein Werk Music for Five (2004) und 2007 seine Komposition An Ancient Calligraphy (2007) für großes Orchester, zwei Harfen, zwei Vibraphone und Harmonium aufgeführt wurden; bei beiden Werken erfolgte eine CD-Einspielung. Weitere Kompositionen kamen unter anderem durch die Janáček Philharmonie Ostrava, die Mährische Philharmonie Olomouc und das Ensemble Prague Modern zur Aufführung. Im April 2011 gründete Chaloupka das Dunami Ensemble – eine Gruppe von jungen tschechischen Musikern aus der experimentellen und zeitgenössischen Musikszene.
Seine Idee hinter seinem Werk bezieht sich auf den Lebensweg der Mašín-Brüder: „Die Geschichte der Brüder Mašín versetzt die Tschechen seit über sechzig Jahren in Aufregung. Die beiden jungen ­Brüder, Söhne des Armeeoffiziers Josef Mašín (der als Widerstandskämpfer gegen die Nationalsozialisten postum zum General befördert und doch Opfer des Stalinismus wurde) kämpften nach dem Tod des Vaters im Untergrund gegen das kommunistische Regime. Es kam 1948 an die Macht, und die Jungen erlebten mit, wie auch Freunde der Familie spurlos verschwanden oder in Schauprozessen zum Tode verurteilt wurden. Bei ihren Überfällen und später während ihrer Flucht aus der CSSR (nach Westberlin, 1953) töteten die Brüder Mašin zahlreiche Menschen, von ­denen nicht alle im Dienst des kommunistischen Regimes standen. Und über diesen Punkt sind die Menschen seit Jahrzehnten tief gespalten. Die einen, (wie die Mašins meinen) noch immer beeinflusst von der kommunistischen Propaganda der Vergangenheit, halten die Brüder und ihre Gruppe für Mörder und weigern sich, sie als Helden anzuerkennen; die anderen (nur 15 Prozent der heutigen Bevölkerung) erkennen, was jene taten, als mutigen Kampf zur Befreiung unseres Landes an. Nach ihrer Flucht lebten die Brüder Mašín im Ausland und wollten (auch nach 1990) nicht in ihre Heimat zurückkehren, denn die tschechischen Politiker, so sagten sie, hätten sich nicht wirklich von ihrer kommunis­tischen Vergangenheit gelöst. Der Titel ist ein Wortspiel: der tschechische Name Mašín wird ausgesprochen wie das englische Wort machine (also Maschinengewehr).“

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Gesine Danckwart

Gesine Danckwart entwickelt als Kuratorin, Autorin und Regisseurin Theater-, Film- und mediale Kunstprojekte. Mit Staatstheatern und in freien internationalen Kontexten entstehen Projekte, die sich mit Wirklichkeit und ihrer Weitererzählung auseinandersetzen – in je neuen Formaten: Im Theater, aber vor allem auch außerhalb: Das Drama, die Utopie im Mikro, die große Geschichte in der Alltagsarchäologie in den Fokus bringen. An verschiedenen Orten weltweit (etwa in Ägypten, China oder Polen) sind Arbeiten mit Künstlern und Ensembles entstanden, die sich über Jahre weiterentwickelten. Fragen nach Arbeit und Identität sind die Basis. Woher kommst du, welche sind deine Liebes-, Körper- oder Arbeitsmarkt-Koordinaten? Was bildet dein Sein? Nach ausführlichen Recherchephasen entwickelt Danckwart ortsspezifische Themen und schließlich ihre Transformation: Der Film der Stadt in der Stadt. Im Zentrum die Alltags-Peripherie. In Mannheim etwa wurden der Hafen, die Straßenbahnen und Kasernen bearbeitet und erzählt, in Köln ging es um einen Platz zwischen Kirche und Kneipe und in Berlin um die Umschlagshallen der internationalen – vor allem asiatischen – Händler und ihre Lebensorte. In Johannesburg oder Sao Paolo dagegen betrat sie Apartments. In Peking, Shanghai oder Chengdu führten Architekturbefragungen zu Performances. Mit Chez Icke gründete Gesine Danckwart eine global funktionierende, virtuell-reale Kneipenfactory, die an verschiedenen Orten aufgebaut, eine echte Stammkneipe und digital interaktive Performance einer Stammkneipe ist. Mit Wunderland entstand nun wiederum ein Text, der mit vielen Stimmen um Arbeit und Identität kreist. Grenzen sind Arbeit und Angst. Wo fängt das draußen an?

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Hofmann&Lindholm

Die Absolventen der Angewandten Theaterwissenschaft Hannah Hofmann (*1971) und Sven Lindholm  (*1968) haben den Diskurs über Realität im Theater im letzten Jahrzehnt entscheidend mitgeprägt. Das Regie und Autorenduo setzt interdisziplinäre Konzepte um, die zwischen szenischer, bildender und akustischer Kunst changieren. Auf diese Weise sind seit 2000 Stadtrauminterventionen, Theaterabende, Hörstücke, Lectures, Installationen und Filme mit Koorperationspartnern wie dem Schauspiel Köln, Museum Ludwig, dem Frankfurter Kunstverein, PACT, dem FFT oder Deutschlandradio Kultur entstanden. Darüber hinaus nehmen Hofmann&Lindholm Lehraufträge wahr, geben Workshops und Lectures im Rahmen von internationalen Festivals, Institutionen, Akademien, Hochschulen und Universitäten. Das Künstlerpaar wird durch den Theater- und Medienverlag schaefersphilippen vertreten.

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Jānis Petraškevičs

Jānis Petraškevičs wurde 1978 in Riga ­(Lettland) geboren. Er erhielt Unterricht in Violine und Komposition an der Emīls Dārziņš Musikschule, bevor er von 1996 bis 2003 an der Lettischen Musikakademie Komposition bei Pēteris Plakidis studierte. In den Jahren 1998 bis 1999 ermöglichte ihm ein Stipendium das Studium bei Sven-David Sandström am Königlichen Musikcollege in Stockholm und 2004 bis 2007 absolvierte er ein Postgraduierten-Studium bei Ole Lützow-Holm an der Academy of Music and Drama in Göteborg. Jānis Petraškevičs besuchte Kompositionskurse in Schwaz / Tirol (1996), Darmstadt (1998), Royaumont (2000), er war zu Gast bei der Akademie Schloss Solitude in Stuttgart (2003) und bei EarLab in Stresa (2008). 2001 erhielt er einen Kompositionsauftrag für das Ensemble Intercontemporain (trop proche / trop loin). Sein Opus 2 et la nuit illumina la nuit gewann 2003 den Kompositionswettbewerb der Association of Baltic Academies of Music. Seine Werke wurden 2008 bei der Biennale von Venedig und beim ISCM-Festival in Vilnius aufgeführt. Namhafte Ensembles nahmen seine Werke in ihr Repertoire auf, u. a. Ensemble Ictus, Ensemble Intercontemporain, Ensemble SurPlus, Ensemble Modern. Seine Komposition Darkroom – Ein Phantasiestück beschreibt er so: „Ich habe versucht, eine Musik zu komponieren, die, wenn man so will, selbstbewusst ist, selbstreflexiv. Die Klingende ­Persönlichkeit hat einen dualen Charakter – spielt also indirekt auf Robert Schumann an, den Komponisten introvertierter Musik par excellence, dessen Traumselbst (Eusebius) nach einem optimalen Blickpunkt sucht, so weit abgerückt von sich selbst sollte er sein, dass er seine eigenen Gefühle, Stimmungen, Schattierungen erkennen kann – nämlich sein leidenschaftliches Selbst (Florestan). ‚Welcher Sinn liegt darin’, fragt sich Eusebius, wenn er sich gelegentlich in jenem ruhigen, stillen Gefilde niederlässt, von dem aus er stoisch unbewegt seine eigenen sowohl konstruktiven wie destruktiven Kräfte in den Blick nehmen kann – ihr Anschwellen und ihren Sturm… Assoziativ habe ich die Bedingungen für eine solche introspektive Betrachtung mit dem Bild einer Dunkelkammer verknüpft – einen Raum, der sich völlig verdunkeln lässt, um darin lichtempfindliches Material zu entwickeln.“

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Judit Varga

Die Ungarin Judit Varga wurde 1979 in Györ geboren und studierte von 1998 bis 2004 Klavier und Komposition an der Franz Liszt Musikakademie in Budapest. 2004 ging sie nach Wien, um an der Universität für Musik und Darstellende Kunst neben Klavier und Komposition auch die Fächer Medienkomposition und Angewandte Musik zu belegen. Weiterhin besuchte sie Meisterkurse und Kompositionsseminare, u. a. regelmäßig das internationale Bartòk Seminar (György Kurtàg, Marco Stroppa), 2001 Achantes in Avignon (Peter Eötvös, Pierre-Laurent Aimard) und 2002 bis 2005 die VIP Academy in Wien.

Sie schreibt: „Wir fragen uns oft: Wer sind wir? Hat jedes Individuum bereits bei der Geburt gewisse festgesetzte, ureigene Charakterzüge? Wer sich mit Menschen, Tieren, Gegenständen, also mit der Natur, seiner Umwelt konfrontiert und auseinandersetzt, gibt bis zu einem gewissen Grad seine ureigensten Grundzüge Stück für Stück auf bzw. ergänzt diese mit neu erlernten Eigenschaften. Im Zuge dieses Prozesses wird der Charakter bunter, vielseitiger. Daher würde ich diesen Vorgang keinesfalls als Verlust, viel eher als Gewinn betrachten. In meinem Stück Entinas möchte ich solche und ähnliche Prozesse in einem musikalischen Umfeld darstellen. Wir können sehr viel dafür tun, um uns an für uns wichtige Dinge anzugleichen. Trotzdem, nachdem wir alles getan haben, um unsere Grundzüge zu ändern, bleibt jedoch immer ein gewisser Grundkern, eine Handvoll ganz individueller Eigenschaften übrig. Eigenschaften, die uns vom Anderen unterscheiden. Vielleicht sieht man in diesem Moment am ehesten, was eigentlich unseren Grundcharakter ausmacht: die Differenz.“

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Kevin Rittberger

Kevin Rittberger wurde 1977 in Stuttgart geboren. Er studierte Neuere Deutsche Literatur, Publizistik und Kommunikationswissenschaften an der Freien Universität Berlin. 2008 war er Stipendiat der Kunststiftung Baden-Württemberg und nahm an den Werkstatt-Tagen am Wiener Burgtheater teil. 2009 war er Stipendiat des Deutschen Literaturfonds in Darmstadt und gewann mit dem Stück Puppen das Hans Gratzer-Stipendium des Wiener Schauspielhauses. Er wurde für seine Inszenierung von Abschaffung der Arten (Dietmar Dath) und Nachrichten aus der ideologischen Antike (Alexander Kluge) mit dem Kurt Hübner-Preis ausgezeichnet. 2011 wurde Rittberger mit seinem Stück Kassandra oder die Welt als Ende der Vorstellung für den Mülheimer Dramatikerpreis nominiert. 2012 wurde ihm der Jürgen Bansemer und Ute Nyssen Dramatiker Preis verliehen. Für das Schauspiel Frankfurt inszenierte er 2010 Kleists Die Marquise von O. und 2012 die Uraufführung seines Stückes Lasst euch nicht umschlingen ihr 150000000!. Rittberger lebt als freischaffender Autor und Regisseur in Berlin. Über Kimberlit. Ein Bestiarium sagt er: „Es gibt diese funkelnden Geschichten, die das, was wir als unsere gegebenen Verhältnisse betrachten, begleiten. Darin haben wir gelernt zu leben, in den Verhältnissen, in den Geschichten – und sei es, dass wir sie verweigern. Darin geht es dann um besondere Fähigkeiten, um Durchsetzungsvermögen, um eine Kraft, die einen vor dem Nächsten zu etwas Einmaligem macht. In diesen Gewinnergeschichten ist die große Lüge, dass jeder gewinnen kann. Und tatsächlich gewinnt dann auch mal jemand, so dass die anderen Gewinnergeschichtenhörigen und sonstwie Gewinnergeschichtenerprobten also darin bestärkt werden, weiterhin nichts als gewinnen zu wollen, da der Hauptgewinn einer wahrhaften Begebenheit entspringt, wie es im Abspann des Films dann gerne heißt. Die anderen, die dieser Lüge, die meistens dem Fehlschluss aufliegt, aus dem sowieso schon falsch verstandenen Reich der Tiere nun ein grauenhaft entstelltes Reich der Menschen herbeiführen zu wollen, mit einer Geste der Verweigerung entgegentreten, müssen das nicht unbedingt ganz bewusst tun. Letztere nennt man Arglose oder Hoffnungsträger. Kimberlit ist ein Roadmovie und eine dieser funkelnden Geschichten.“

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Kristaps Pētersons

Der 1982 in Valmiera (Lettland) geborene Kristaps Pētersons studierte bis 2005 an der Lettischen Musikakademie in Riga Kontrabass (bei Sergejs Brīnums) und Komposition (bei Romualds Kalsons). Seit 2005 ist er Mitglied des Lettischen Symphonieorches­ters. 2007 wurde ihm der Masters Degree in Komposition verliehen. Weitere Master-Titel erwarb er an den Musikakademien in Oslo und Enschede. Für seine Komposition Glenfiddich erhielt er 2008 die Auszeichnung Forest orderly des Musikmagazins Mūzikas Saule. Bei dem renommierten Wettbewerb International Rostrum for Composers gewann er 2010 in der Kategorie der Unter-Dreißigjährigen mit dem Stück Twilight Chants. Über Money (Geld) – für Ensemble mit Dirigent (2012) sagt er: „In den letzten Jahren habe ich mich mit Mythen beschäftigt. Dabei galt mein Interesse nicht nur solchen Mythen, die tief in alten Zeiten wurzeln, sondern auch solchen aus unserer Zeit. Meist ist es sehr faszinierend herauszufinden, welche Teile dieser Mythen wahr sind und welche falsch. Das Verrückte ist, dass viele Menschen Mythen als absolute Wahrheit begreifen, ich halte das für gefährlich. Ich glaube vielmehr, dass man, um etwas aufzubauen (eine glückliche Zukunft etwa), eine solide Basis braucht.“

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Marcus A. Wesselmann

Der Song Beloved Comrade aus dem Jahr 1936 von Lewis Allan (Text) und Fred Katz (Musik) ist all jenen gewidmet, die ihr Leben im Spanischen Bürgerkrieg im Kampf gegen den Faschismus verloren haben.

Beloved Comrade

To you beloved comrade, we make this solemn vow
The fight will go on, the fight will still go on.
Like you, beloved comrade, we pledge our bodies now
The fight will go on, the fight will still go on.

Rest here in the earth, your work is done,
You’ll find new birth when we have won, when we have won.
Sleep well, beloved comrade, the fight will just begin.
The fight will go on ‘til we win, until we win.
Rest here in the earth, your work is done,
You’ll find new birth when we have won, when we have won.

Sleep well…

Geboren 1965 in Gelsenkirchen, aufgewachsen in Bochum, studierte Marcus Antonius Wesselmann von 1985 bis 1992 Komposition an der Folkwang-Hochschule Essen. Bisherige Arbeiten umfassen Opern, Musiken zu Film, Theater und Tanz, Solowerke, Werke für kleine bis größere Ensembles sowie ­Orchester. 2007 gründete er minimal productions und produziert Ton- und Bildmedien ­mit Neuer Musik. Seit 2003 arbeitet er mit dem Ensemble Modern (Franck Ollu) und Solisten wie Moritz Eggert, Uwe Dierksen, Garth Knox, Teodoro Anzellotti oder Michael M. Kasper. 2011 startete er www.modernmusix.com, eine Downloadplattform für Neue Musik. Das kompositorische Schaffen Wesselmanns zeichnet sich durch ein hohes Maß struktureller Vorordnungen und eine äußerst komplexe Organisation des musikalischen Materials aus. Grundlegend ist dabei vor allem die Idee, sowohl großformale ­Prozesse als auch die kompositorische ­Integration einzelner musikalischer Para­meter (wie Tonhöhen, Tondauern, Dynamik­) sowie die Gestaltung von harmonischen Konstellationen, Ereignisdichten, Instrumentierungen und zuweilen auchSpieltechniken über vorab definierte Zahlenformeln oder Binärcodes, die permutiert oder kombinatorisch weiterentwickelt werden, zu steuern. Hinsichtlich dieser konstruktivistischen Grundlegung und der damit einhergehenden Ablehnung einer sich dem Hörer unmittelbar aufdrängenden Emotionalität steht Wesselmanns Komponieren den Verfahrensweisen des Serialismus nahe, zugleich grenzt es sich in anderen Aspekten aber umso deutlicher von diesem ab. Am deutlichsten zeigt sich das in dem Umstand, dass Wesselmann seine formalen Prozesse über repetitive, jeweils geringfügig variierte Grundmodelle (er spricht von Pattern) verwirklicht, die im Höreindruck vexierbildähnliche, quasi objekthafte Zustände hervorrufen. Auch wenn dies an die Minimal Music bzw. die repetitive Musik denken lässt, intendiert Wesselmann im Unterschied zu dieser prinzipiell nicht-lineare Prozesse, die an ihren Kulminationspunkten in unvorhersehbare strukturelle Muster umschlagen. Diese Spannung zwischen strenger Konstruktion und Ordnung einerseits und der Suggestion chaotisch-desorganisierter Strukturen andererseits ist eines der zentralen ästhetischen Motive in Wesselmanns Schaffen. Die Komposition To You Beloved Comrade… ist ein Stück für 19 Instrumentalisten und bedient sich einer algorithmischen Kompositionsweise.

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Matej Bonin

Matej Bonin wurde 1986 in Koper, einer Hafenstadt an der slowenischen Adriaküste, geboren. Sein Kompositionsstudium schloss er 2011 an der Musikakademie Ljubljana bei Uroš Rojko ab. Im Oktober 2007 wurde sein Werk für Holzbläserquintett Daleč od blizu (Far from Close) – eine Auftragskomposition des Slowind Quintetts – bei dem Festival für zeitgenössische Musik Slowind in Ljubljana uraufgeführt; es folgten weitere Aufführungen in Italien (Mailand, Monza) und Frankreich (Paris). Bei der Internationalen Biennale für zeitgenössische Musik in Koper präsentierte er seine Musik in einem Vortragsabend. Für das Salzburger Tanzfestival Move Against It. Meet Again komponierte er 2010 die Musik zu dem zeitgenössischen Tanzstück Islands in the fog. Im gleichen Jahr wurde sein Werk One Man Band (2010) in Ljubljana durch den slowenischen Akkordeonisten Luka Juhart aufgeführt, 2011 auch in Österreich (Klagenfurt). Für sein kompositorisches Schaffen erhielt er 2008 den Prešeren Preis der Universität von Ljubljana.
Über den Hintergrund seines Stückes erzählt er: „Als ich damit begonnen habe, über Mythen und nationale Identitäten verschiedener Länder nachzudenken, und was mich betrifft, insbesondere über Mythen und Identitäten Sloweniens, wurde mir plötzlich klar, dass der eigentliche Topos meines Stückes gar nicht die Mythen selbst sein werden, sondern eher eine Art Erkundung darüber, ob sie mich überhaupt interessieren und auf welche Weise; vor allem aber Erkundung der Frage: Warum bin ich, ein junger Mensch, ihnen gegenüber so skeptisch? Es zirkulieren derzeit zu viele unterschiedliche Mythen und Ideen in der slowenischen Öffentlichkeit. Normalerweise werden diese Mythen von unterschiedlichen politischen Positionen aus ins Spiel gebracht, die auf diese Weise den Kontakt mit möglichen Wählern suchen. Es ist schwer für eine Einzelne, einen Einzelnen, sich als Teil der Nation zu begreifen, wenn es zugleich so viele Mythen und Ideen gibt, die sich zudem fortwährend widersprechen. Meine Beschäftigung mit widersprüchlichen Mythen, insbesondere mit solchen, die aus politischen Interessen für die Massen produziert werden, lassen mich zweifeln, ob sie wirklich zum Selbstfindungsprozess eines Individuums beitragen.“

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Mike Bouchet

Der 1970 in Kalifornien geborene und in Frankfurt am Main lebende Mike Bouchet untersucht gesellschaftliche Phänomene und Prozesse unserer Zeit und bedient sich dazu unterschiedlichster Medien wie Skulptur, Installation, Performance, Malerei und Film. Einen Schwerpunkt bilden Fragen der Urbanität und des Konsums sowie die komplexen Beziehungen zwischen Kunst und Unterhaltung. Bouchet hat Konzepte von Autorschaft und Aura neu definiert und dabei einen unverwechselbaren Stil entwickelt. Seine vielleicht auf den ersten Blick nur als ironische Aneignungen anmutenden Arbeiten registrieren die dominierenden Themen unserer Zeit: die Vorherrschaft von Unterhaltung, Sex und Konsum und die Obsession mit Celebrities. Die Frage, die Bouchet dabei in allen Varianten beschäftigt, ist eine politische: die des Wertes, der einem Gegenstand, einer künstlerischen Arbeit und dem Künstler selbst beigemessen wird. Eine Frage, die im Spiel mit dem, was warenförmig ist oder zumindest sein kann, aufgeworfen wird. Auf der Biennale in Venedig 2009 zeigte der Künstler die Arbeit Watershed, ein im Hafenbecken des Arsenale schwimmendes Einfamilienhaus. Das für US-amerikanische Vorstädte typische Eigenheim symbolisiert für Bouchet den Traum von Eigenständigkeit und Individualität – eine Art kommerzielle Illusion. Im Anschluss an die Biennale wurde das Fertighaus transportfähig zerlegt und auf circa 30 gleich große Paletten verteilt. Zerstört und transformiert entstand daraus eine neue Skulpturengruppe mit dem Titel Sir Walter Scott, die er 2010 erstmalig in der Schirn Kunsthalle in Frankfurt zeigte. Für Currencies and Collectives verwandelt Bouchet das Frankfurt LAB in eine multimediale Fernsehlandschaft. Sortiert nach verschiedenen Themenstudios – von Talkshow über Newsroom bis Küchenstudio – spiegelt er einen Fernsehalltag wider, in dem die Grenzen zwischen Nachrichten und Unterhaltungswert fließend geworden sind.

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Nina Šenk

Die 1982 in Slowenien geborene Nina Šenk beendete 2005 ihr Kompositionsstudium an der Musikakademie von Ljubljana (bei Pavel Mihelčič). Von 2005 bis 2007 absolvierte sie ein Postgraduierten-Studium bei Lothar Voigtländer an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber in Dresden sowie von 2007 bis 2008 bei Matthias Pintscher an der Hochschule für Musik und Theater in München. Ihr Violinkonzert Nr. 1 wurde beim Young Euro Classic Festival 2004 aufgeführt und mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Bei den Weimarer Frühlingstagen 2008 gewann ihr Stück Movimento fluido den Kammermusikwettbewerb. In den Saisons 2008 / 2009 und 2009 / 2010 war sie als Composer in Residence zu Gast am Staatstheater Cottbus. Für dieses Haus schrieb sie ihr zweites Violinkonzert sowie das Orchesterstück Echo II und Schnitt für Saxophon und Ensemble. Für das Neue Musik-Netzwerk European Instrumental Laboratory entstand das Stück …glitzert, flimmert, vergeht… für Sopran und großes Ensemble; es wurde 2010 von den Ensembles Slowind, Aleph und Altera veritas in Slowenien, Frankreich und Lettland aufgeführt. Nina Šenk lebt als freischaffende Komponistin in Deutschland und Slowenien.
Ihr Stück Twenty in five (Zwanzig in fünf) bezieht sich auf zwanzig Jahre slowenischer Unabhängigkeit (bis 2011, den Projektbeginn) in fünf Bildern: „Ich habe slowenische Schriftsteller und Dichter um Stellungnahmen zur aktuellen Situation in Slowenien gebeten, mit Blick auf Gesellschaft, Kultur, Politik… Und ich bekam 26 unterschiedliche Texte: Gedichte, Kommentare, Auszüge aus bereits erschienenen Werken. Jedes des Bilder steht für einen anderen Blickpunkt: Der Anfang, Erster Eindruck, Fakten und Kritik, Pessimistisches zur aktuellen Situation und Zukunftsaussichten.“

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Paweł Hendrich

Paweł Hendrich wurde 1979 in Breslau geboren. Neben seinem Abschluss an der Wirtschaftsuniversität Breslau studierte er außerdem Komposition an der dortigen Karol-Lipiński-Musikakademie bei Grażyna Pstrokońska-Nawratil. 2005 bis 2006 führten ihn seine Studien auch zu York Höller an die Kölner Musikhochschule. Hendrich erhielt zahlreiche Preise und Stipendien, unter anderem war er 2007 bis 2010 Teilnehmer am Förderungsprogramm des Europäischen Musikzentrums Krzysztof Penderecki. Seine Kompositionen standen immer wieder bei Musikfesten auf dem Programm, etwa beim Warschauer Herbst und bei den Audio Art Festivals in Krakau und Warschau. Schon seit vielen Jahren führt er elektroakustische Musik live auf.
Den Gedanken zu seinem Werk beschreibt er mit folgenden Worten: „Der Name des Stücks ist abgeleitet vom lateinischen Wort sedimentum (Sediment) und dem griechischen Wort metron (Maß). Der Titel bezieht sich auf Sedimentierungsprozesse, auf die Ablagerung von Partikeln, die von Flüssigkeiten mitgeschwemmt werden und irgendwann absinken. Die Sedimentologie erforscht Querschnitte von Sedimentgesteinen, um den Wandel der Gesteinsstrukturen zu erfassen. Auf diese Weise erhält man Hinweise zur Interpretation der Erdgeschichte. Ähnlich, wie sich Sedimente ablagern und zu Gestein verfestigen, so lagern sich Mythen und Legenden in der Gesellschaft ab, werden dann überlagert von neuen Schichten anderer Mythen und Legenden. Das Aufdecken unseres kulturellen Erbes gleicht der Untersuchung von Sedimentgestein – beide sind sie vielschichtig und reichen weit in die Geschichte zurück. Indem wir das Erbe aufdecken, schaffen wir unsere Identität. Das Stück Sedimetron wurde mit einer Überlagerungstechnik komponiert. Wie bei den Schichten eines Sedimentgesteins verändert sich in diesem Stück allmählich die Organisation von Tonhöhe und Rhythmus, zugleich werden Intonation und Klangfarbe der Instrumente moduliert.“

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Punkt (Jan Bang, Erik Honoré/Sidsel Endresen)

„Den drei Uraufführungen im ersten Teil des Abends folgt ein Live-Remix von Jan Bang und Erik Honoré, den Begründern des Festivals PUNKT, das seit über einem Jahrzehnt in Kristiansand in Südnorwegen stattfindet und ein eigenwilliges Konzept verfolgt: Sein Programm besteht aus Grenzgängen zwischen Klanginstallationen und Konzerten sowie aus Musik, die man einem erweiterten Begriff des zeitgenössischen Jazz zurechnen kann. Zentral ist dabei die Idee des Live-Remixes: Während des Konzerts wird Material gesampelt: Melismen, rhythmische Figurationen, Klangereignisse, Stimmungen, Verläufe. Eine gute halbe Stunde nach dem Konzert findet ein Live-Remix statt, in dem das gesampelte Material in Echtzeit elektronisch de- und rekonstruiert, verräumlicht, gedehnt, ­komprimiert, analysiert, neu zusammengesetzt wird. In aller Regel entstehen dabei völlig eigenständige Konzert­ereignisse, die zwischen sich und ihren ­Ausgangspunkten eine maximale Entfernung herstellen. Der Live-Remix ist also weder Derivat noch eigenständiges Produkt, sondern beides. Oder keines von beiden. Ein Klangereignis, das sich und seinem Publikum seine Bezüge bewusst hält, während es sich aus ihnen löst.

Den Live-Remix unternehmen die beiden improvisationserfahrenen und charismatischen Laptop-Live-Musiker Erik Honoré und Jan Bang gemeinsam mit der norwegischen Sängerin Sidsel Endresen, die ebenfalls zum kreativen Kern des Punkt-Festivals gehört. Man wird das Ensemble ­Modern als Materialvorrat erleben und vielleicht schnell vergessen, dass es das Ensemble Modern war, das da gespielt hat und gespielt wird. Man wird einen Klangraum erleben, den es vorher nicht gab und der dennoch auf ­keinen doppelten Boden hinweist. Ein einmaliges, unwiederholbares Ereignis auf der Basis konservierter Materialien.“
(Hans-Jürgen-Linke)

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Rainer Römer

Der Schlagzeuger Rainer Römer wurde 1956 in Würzburg geboren. Vor seinem Studium an der Hochschule für Musik in Würzburg in den Jahren 1974 bis 1980 spielte er bereits in verschiedenen Jazz- und Rockbands. Zusammen mit dem Würzburger Percussions-Quartett wurde Römer Preisträger der Bundesauswahl Konzert Junger Künstler 1980 / 1981. Mit demselben Quartett wurde er 1984 Preisträger des Gaudeamus Concour in Rotterdam. Seit 1985 ist er Mitglied des Ensemble Modern Frankfurt. Produktionen für das Radio, u.a. seven seconds (HR 2001). Mit der Arbeit Staubmarsch (2002, gemeinsam mit Ottmar Hörl und Dietmar Wiesner) erhielt er den Intermedium-Award des Bayerischen Rundfunks 2002. 2004 wurde er zum Professor an die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main berufen. Sein Hörspiel Oberman (HR / 2006) wurde Hörspiel des Monats. 2010 erschien seine Porträt-CD Nemeton bei Ensemble Modern Medien.

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Richard Siegal

Der 1968 in North Carolina geborene und in Paris lebende Tänzer und Choreograf Richard Siegal war von 1994 bis 2004 ­Solist der Forsythe Company. 2005 gründete er The Bakery, ein Zusammenschluss von Tänzern, Kuratoren, Bildenden Künstlern, Software-Programmierern, Architekten, Komponisten und Videokünstlern, mit ­denen er seither interaktive Installationen, Bühnenarbeiten und intermediale Performances realisiert. Zugleich entwickelte er seine choreografische Methode If / Then, ein spiel-basiertes syntaktisches Notationssystem, das die Tänzer nach bestimmten Regeln vor eine Vielfalt an Wahloptionen stellt. Nach diesem Prinzip forderte er mit seinen beiden letzten Gruppenstücken ©oPirates (2010) und Civic Mimic (2011) auch das Publikum auf, den entstehenden Raum an Handlungsmöglichkeiten zu teilen. Indem er die Trennung zwischen Zuschauern und Akteuren aufhob, entstand ein gestischer Übergangsraum, in dem Zuschauermenge, Bewegungsmaterial und Geste ineinandergreifen, mit unvorhersehbaren Wechselwirkungen, die sich aus der Verschränkung dieser Sys­teme ergeben. Siegal war Artist in Residence am ZKM in Karlsruhe und am Baryshnikov Arts Center New York. Zurzeit ist er Choreographer in Residence an der Muffathalle in München. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen für seine Tätigkeit, u. a. den New York Dance and Performance Bessie Award, den Deutschen Theaterpreis Der Faust, den Mouson Award sowie den S.A.C.D. und den Beaumarchais-Preis. Außerdem ist er MacDowell Fellow und Ehrenmitglied des Benoit de la Danse am Bolschoiballett. Als Mitglied des American Dance Festivals kuratierte er das jährliche Forsythe Festival. Mit Currencies and Collectives möchte Siegal Fragen von Autor- bzw. Zuschauerschaft thematisieren, indem er die Verhaltens- und Bewegungsmuster der Besucher und ihre Navigation im Raum ins Zentrum seiner Aufmerksamkeit stellt.

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Superamas

Unser Markenzeichen: Eine muntere ­Mischung der Genres zu bieten, um die Komplexität der Welt zu analysieren oder gefühlsmäßig zu erfassen.

Unsere Pläne: An der Oberflächlichkeit der Bilder kratzen.

Unser Ziel: glücklich aus der Welt des Theaters treten und mit einem neuen Blick die Welt betrachten.

SUPERAMAS ist eine Gruppe von Künst­lerInnen mit Arbeitsmittelpunkt in Belgien, Wien und Paris. Superamas steht im Französischen für einen großen wandernden Galaxienhaufen, die größte bekannte Struktur im Universum. 1999 in Paris gegründet, sind sie dafür bekannt, Impulse für ihre Kreationen in allen Lebensbereichen zu suchen. Sie vermischen ihr Ausgangsmaterial mittels Performance, Tanz, Lichtdesign, Video, Installation und Musik, wobei alle diese Medien gleichwertig behandelt werden. Ihre Methode nennen sie dé-montrer: Was ursprünglich eine Einheit darstellte, wird getrennt und zerlegt, die Fakten des Visuellen somit hinterfragt.
Nach dem Debüt Building folgten Produktionen für zahlreiche Theater und Festivals, unter anderem die BIG-Triology (2002, 2004, 2006). Ihr letztes Projekt YOUDREAM (2010), eine künstlerische Verarbeitung eingesandter Träume in drei Formaten (Bühnenperformance, TV-Serie und Internetplattform), tourte quer durch Europa. Das Buch zur BIG-Serie erschien im Mai 2011 bei La Presse du Réel. Als ­erste Studie zu ihrem neuen Projekt Theatre – Das Bild der Macht / Die Macht der Bilder drehten Superamas 2011 den Kurzfilm Berlusconi, eine Neuverfilmung einer Episode beim NATO-Gipfel im April 2009, als Silvio Berlusconi die deutsche Kanzlerin aufgrund eines Handygesprächs zehn Minuten warten ließ. Superamas publizieren auch Bücher und stellen in Galerien aus. Die Lichtinstallation Diggin´Up 2 war 2012 bei der Triennale in Hasselt zu sehen.

Durch den Einsatz verschiedener Techniken der erweiterten Wirklichkeit (3-D-Bilder, Avatare und Mapping) will „Theatre“ eine durch die Politik der Illusion strukturierte Welt darstellen. Diese Techniken ermöglichen es, markante oder anekdotische Szenen von der internationalen politischen Bühne nachzuspielen. Man erinnert sich noch an das Veto, das Frankreich in der Generalversammlung der Vereinten Nationen gegen den Irakkrieg einlegte. Die Bühne wird aber auch zum Ort der unwahrscheinlichen Begegnungen. Was hätte Marschall Tito gesagt, wenn ihn Silvio Berlusconi hätte warten lassen? Reale Personen, fiktive Personen und Avatare treffen aufeinander. Wichtige Entscheidungen werden getroffen. Möglicherweise zeichnet sich ein Krieg ab. Die Bühne wird zum Kriegsschauplatz. Was Superamas hier interessiert, ist das Zusammenspiel zwischen Wirklichkeit und Fiktion, wie es in den Berichten über die aktuelle Politik am Werk ist. Es geht darum, hinter der Illusion des Politischen die Wirklichkeit der Komödie oder des Dramas wiederzufinden. Superamas spielt Wahres und Unwahres, navigiert zwischen Realität und Virtualität und bemüht sich dabei stets, die Politik und das Bild der Politik auseinanderzuhalten. Oder die beiden noch mehr miteinander zu vermischen. Das Publikum wird jedenfalls die Gelegenheit haben, klar zu sehen: der Werkzeugkoffer wird vor seinen Augen geöffnet.

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Tobias Rausch

Tobias Rausch gilt als Forscher und Grenzgänger unter den Theatermachern. Nach dem Studium der Philosophie, Biologie und Literaturwissenschaften gründete er das Berliner Theater- und Performancekollektiv lunatiks produktion. Bekannt wurde die Gruppe mit ungewöhnlichen Theateraktionen, etwa der Versteigerung einer Theaterinszenierung bei eBay (livingROOMS 2004), oder der Dekonstruktion von Kriminalfällen, bei der die Zuschauer von Polizeiautos zu echten und falschen Tatorten gefahren wurden (Die Polizey – Physiognomie der Angst 2006). Aus dieser Beschäftigung mit der sozialen und mentalen Realität unserer Gesellschaft hat Tobias Rausch in den letzten Jahren eine spezifische Form des Recherchetheaters entwickelt, in der aktuelle Themen und historische Ereignisse auf der Basis umfangreicher Recherchen und zahlreicher Interviews erforscht werden. Ob bei den Auswirkungen des Afghanistan-Einsatzes auf beteiligte Soldaten und ihre Familien (einsatz spuren, 2010) oder der Rekonstruktion der Oderflut 1992 (Oder Bruch, 2012) – stets geht es um mehr und anderes als um die Aufarbeitung historischer Fakten. Nicht die dokumentarische Wahrheit steht bei ihm im Vordergrund, sondern die Erforschung der Psychotopografie einer gesellschaftlichen Situation. Oft spielen anthropologische und naturwissenschaftliche Fragen in seinen Arbeiten eine zentrale Rolle, wie in seinem fünfjährigen botanischen Langzeittheater Die Welt ohne uns am Schauspiel Hannover (seit 2010). Tobias Rausch wurde mit dem Otto Kasten-Preis der Intendantengruppe im Deutschen Bühnenverein 2012, dem Bremer Autoren- und Produzentenpreis 2007, dem Humboldt-Preis 2001 und mehreren Stipendien ausgezeichnet.

Für die Frankfurter Positionen 2013 hat Tobias Rausch gemeinsam mit Jugendlichen Menschen interviewt, die zu Flüchtlingen geworden sind. Im Vordergrund der Inszenierung der Produktion mit dem Titel Fluchtpunkt Berlin, die unmittelbar nach ihrer Uraufführung am Deutschen Theater Berlin in Frankfurt zu sehen ist, stand die Frage, welche Bedeutung Sesshaftigkeit und die Vorstellung von Heimat für uns haben, und was passiert, wenn diese verloren sind.

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Vito Zuraj

„Als Kind versuchte ich, nach Gehör die Musik am Klavier nachzuspielen, die ich im Radio hörte. Dies war meine erste Begegnung mit Musik. Als nächstes Instrument empfahl mir mein Vater, Violoncello zu ­lernen. Meine Spielfreude an diesem Instrument war begrenzt und dementsprechend wacklig war meine Intonation, woher ich vielleicht meinen Enthusiasmus für mikrotonale Musikstrukturen nahm. Nach dem Kompositionsstudium an der Musikakademie Ljubljana und einem Aufbaustudium an der Hochschule für Musik Dresden absolvierte ich schließlich an der Hochschule für Musik Karlsruhe das Solistenexamen Komposition bei Prof. Rihm und einen Master of Arts in Musikinformatik. Dann ein Studium an der Internationalen Ensemble Modern Akademie und die Teilnahme an der Akademie Musiktheater heute der Deutschen Bank Stiftung. Ich brauchte jetzt noch 268 Zeichen, um alle meinen Preise und Stipendien zu nennen, weitere 203 für die Angabe der wichtigsten Festivaluraufführungen, 251 für die Namen der wichtigsten Klangkörper, die meine Musik gespielt haben und 153 für die Details über meine Teilnahmen an den Meisterkursen. Aber wertes Publikum, wie anders würden Sie meine Musik hören und bewerten, je nachdem, ob hier ein glänzender Biografietext steht oder ich einfach schreibe, dass ich aus Rače komme, einem kleinen ostslowenischen Dorf, mein Vater Imker ist, ich gern Tennis spiele? Für ­diejenigen, die lieber nervenzerreißende Texte lesen, beschreibe ich noch kurz, wie heutzutage meine Musik entsteht: Mich beschäftigt die Ausarbeitung von vielschichtigen ­Klanggebilden, die aufgrund meines Strebens nach übersichtlicher Organisation von Musikstrukturen genauen mathematischen Definitionen unterliegen. Da diese in ihrer Vielfalt und Menge auf manuelle Weise nur bedingt zu kontrollieren sind, ist der Einsatz von Computeralgorithmen als eine in erster Linie nicht großformal ­agierende Assistenz, jedoch individuell die Grammatik der Musiksprache definierend, in ihrer rechnerischen Zuverlässigkeit für die Prüfung von vertrackten Zahlenvorgängen besser geeignet. Bon appétit!“

„Die Komposition Restrung für Ensemble, die bei den Frankfurter Positionen 2013 ­uraufgeführt wird, stellt sich dem Problem der übersichtlichen Strukturierung solcher Klanggebilde mittels Computer. Dabei ­entsteht keine große Form. Algorithmen definieren die Details der Musiksprache und halten in vielfachen Prozessen der Überlagerung eine Ordnung aufrecht, die unbeirrbar ist. Der künstlerische Inhalt entsteht so vielleicht nicht durch Individualität, sondern erst im Resümee vielfacher Individualitäten – in einem Effekt, der auch in der sogenannten Schwarmintelligenz wirksam wird, die das Unberechenbare aus der Kombination klarer Strukturen und Handlungsweisen entstehen lässt.“ (Hans-Jürgen Linke)

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Partner

Alte Oper Frankfurt
Deutsches Theater Berlin
Ensemble Modern
Frankfurt LAB
Hochschule für Musik und
Darstellende Kunst Frankfurt
Hochschule für Gestaltung Offenbach
ID_Frankfurt
Institut für Sozialforschung
Künstlerhaus Mousonturm
MMK Museum für Moderne Kunst
Nationaltheater Mannheim
Schauspiel Frankfurt
S. Fischer Verlag
Städelschule/Portikus
Suhrkamp Verlag
Theatrum Mundi/Global Street
Verlag der Autoren
Weltkulturen Museum
Medienpartner hr2-kultur

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Eintrittskarten

Karten für alle Vorstellungen im Künstlerhaus Mousonturm und im Frankfurt LAB – mit Ausnahme der Vorstellung „Kimberlit. Ein Bestiarium“ sind über den Vorverkauf des Künstlerhaus Mousonturm erhältlich:
Tel. 069 405895 – 20; online: www.mousonturm.de.

Karten für die Produktion des Schauspiel Frankfurt „Kimberlit. Ein Bestiarium“ im Frankfurt LAB sind ab 10.12.12 über den Vorverkauf des Schauspiel Frankfurt erhältlich: Telefon 069 21249494, Mo – Fr 9 –19 Uhr,
Sa, So 10 – 14 Uhr; online unter: www.schauspielfrankfurt.de.

Karten für „Woher? Wohin? – Mythen, Nation, Identitäten“ in der Alten Oper sind nur über den Vorverkauf der Alten Oper und die bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich.

Die Abendkassen an den jeweiligen Spielorten öffnen eine Stunde vor Vorstellungsbeginn.

Verstaltungsorte

Frankfurt LAB
www.frankfurt-lab.de
Schmidtstr. 12; Anfahrt: Straßenbahn: 11, 21, Haltestelle Mönchhofstraße; Bus 34, Haltestelle Schmidtstraße, Parkmöglichkeiten im Hof.
Tel. 069 97328863

Künstlerhaus Mousonturm
www.mousonturm.de
Waldschmidtstraße 4; Anfahrt: U-Bahnlinien U4, Haltestelle Merianplatz, U6 / U7, Haltestelle Zoo; Straßenbahn 14, Haltestelle Waldschmidtstraße; Parkmöglichkeiten: Parkhaus Waldschmidtstraße. Tel. 069 405895 – 0

Alte Oper Frankfurt
www.alteoper.de
Opernplatz; Anfahrt: U-Bahnlinien: U6, U7, Haltestelle Alte Oper; Parkmöglichkeiten: Parkhaus Alte Oper, Am Rossmarkt.
Tel. 069 1340 – 0

MMK Museum für Moderne Kunst
www.mmk-frankfurt.de
Di, Do, Fr, Sa, So 10 – 18 Uhr; Mi 10 – 20 Uhr. Am letzten
Samstag im Monat Eintritt frei. Für Kinder unter 6 Jahren Eintritt frei. Domstraße 10, Anfahrt: U-Bahnlinien: U4, U5, Haltestelle Dom / Römer; Straßenbahn: 11, 12, Haltestelle Römer / Paulskirche; S-Bahnen: Haltestelle Konstablerwache; Parkmöglichkeiten: Parkhaus Konstabler.
Tel. 069 21230447

Portikus
www.portikus.de
Di – So 11 – 18 Uhr; Mi 11 – 20 Uhr
Alte Brücke 2 / Maininsel, Anfahrt: U-Bahnlinien: U4, 5, Haltestelle Dom / Römer, Bus: 30, 36, Haltestelle Schöne Aussicht; Parkmöglichkeiten: Parkhaus Sachsenhausen.
Tel. 069 96244540

Kontakt

BHF-BANK-Stiftung
Rechtsfähige Stiftung bürgerlichen Rechts,
Neue Mainzer Str. 74
60311 Frankfurt am Main

Tel. 069 / 718 3442
Fax 069 / 718 3410
E-Mail: stiftung@bhf-bank.com
www.bhf-bank-stiftung.de

Über uns

Die Frankfurter Positionen

Die 2001 erstmals veranstalteten Frankfurter Positionen, die sich als Erfahrungs- und Erkenntnisforum verstehen, sind ein interdisziplinäres Festival mit Konzerten, Theater, Ausstellungen und Performances. In einem etwa zweijährigen Turnus werden Künstler sowie Referenten gebeten, mit ihren neuen Arbeiten oder ihren Beiträgen auf dem Symposium der begleitenden Vortragsreihe à jour eine Positionsbestimmung zu dem sich vollziehenden gesellschaftlichen Wandel und zu den Veränderungen in der Lebenswelt zu formulieren. Die Frankfurter Positionen initiieren so einen kontinuierlichen kreativen Prozess mit dem Ziel, neue Sichtweisen und soziale Phantasie zu entwickeln.

Das Projekt ist eine Initiative der BHF-BANK-Stiftung, die – unter Einbeziehung unabhängiger Fachjurys – die Aufträge zur Erstellung neuer Werke an die beteiligten Künstler erteilt. Die Frankfurter Positionen werden von einem breiten Frankfurter Kultur-Netzwerk getragen, bei dem diesmal 17 Institutionen zusammenarbeiten. Seit der Etablierung des Projekts haben mehr als 50 Theaterautoren, bildende Künstler, Komponisten, Choreographen und Filmemacher die Möglichkeit erhalten, neue Werke zu schaffen und diese in und mit bedeutenden Institutionen während der Frankfurter Positionen vorzustellen.

 

Die Jurys 2012/2013

Theater: Sibylle Baschung (Schauspiel Frankfurt), Uwe B. Carstensen (S. Fischer Verlage), Ulrich Khuon (Deutsches Theater Berlin), Burghard C. Kosminski (Nationaltheater Mannheim), Manfred Ortmann (Suhrkamp Verlag), Marion Victor (Verlag der Autoren)

Currencies & Collectives: Clémentine Deliss (Museum für Weltkulturen), Nikolaus Hirsch (Städelschule), Thomas Rietschel (HfmDK Frankfurt)

Kunst: Susanne Gaensheimer (MMK – Museum für Moderne Kunst), Nikolaus Hirsch (Städelschule), Tobias Rehberger

Musik: Roland Diry (Ensemble Modern), Heiner Goebbels
Der Beirat für die Vortragsreihe à jour 2012/2013

Sidonia Blättler (Institut für Sozialforschung)
Juliane Rebentisch (Hochschule für Gestaltung HfG, Offenbach)
Axel Honneth (Institut für Sozialforschung, Columbia Universität New York)
Sighard Neckel (Goethe-Universität, Institut für Sozialforschung)

 

Impressum

BHF-BANK-Stiftung
Rechtsfähige Stiftung bürgerlichen Rechts,
Neue Mainzer Str. 74
60311 Frankfurt am Main

Vorstand: Dietmar Schmid (Vors.), Björn H. Robens (stellv. Vors.), Wilhelm Burmester, Lanna Idriss, Prof. Klaus-Dieter Lehmann

Geschäftsführung: Stefan Mumme, Joachim Vandreike

Die BHF-BANK-Stiftung ist gemeinnützig und zur Ausstellung von Spendenbescheinigungen berechtigt.
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Presse

Im Pressebereich finden Sie die akutellen Pressemitteilung zum Download und während des Festivals Fotos zu allen Produktionen. Außerdem können Sie unser Programm herunterladen.

Fotos


aleph-1 von Carsten Nicolai with Rainer Römer


Nebenschauplätze Nr. 1 von Hofmann&Lindholm


Fluchtpunkt Berlin von Tobias Rausch


Kimberlit. Ein Bestiarium von Kevin Rittberger


Fluchtpunkt Berlin von Tobias Rausch

Meldungen

Einladung zur Pressekonferenz

Download

Download Leporello PDF

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